Kotibe - Merkmale & Eigenschaften - Holz vom Fach

Holzarten-ABC

Kotibe

Danta

Kotibe – Bezeichnungen und Verbreitung

Kurzzeichen DIN EN 13556

NEPP

Botanische Bezeichnung

Nesogordonia papaverifera, N. kabingaensis, Familie Malvaceae

Verbreitung

Tropisches West- und Zentralafrika, von Sierra Leone bis Angola

Handelsnamen

Kissinhungo (AO); aborbora, olborbora (GA); naouya, tsanva (CF); ovoui, ovoe, ovoué, owoe (CM); otutu (NG); epro, akuma, akumaba, abumana, apru (GH); naouya (AO,CF); ahia, baka (CI); kondofindo, naougua (CD)
GD Holz Thünen Institut

Kotibe – Beschreibung und Merkmale

Kurzbeschreibung

Zur Gattung Nesogordonia gehören derzeit 22 anerkannte Arten, davon sind 18 endemisch auf Madagaskar, eine ist im südlichen Ostafrika heimisch (N. holtzii), die drei restlichen im tropischen West- und Zentralafrika. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind nur die beiden oben genannten Arten, die von einigen Autoren auch als synonym angesehen werden und deren Hölzer in Aussehen und Eigenschaften keine wesentlichen Unterschiede aufweisen. Die einzelnen Arten unterliegen keinen nationalen oder internationalen Schutzbestimmungen, N. papaverifera wird jedoch auf der IUCN Red List als gefährdet (vulnerable) geführt. Die Einfuhren von Kotibé sind seit den 1990er Jahren stark zurückgegangen, Holz in kleinen Mengen und Dimensionen wird aber noch regelmäßig importiert. FSC-zertifiziertes Holz ist möglicherweise aus einer Konzession in Gabun erhältlich.

Kotibé (Nesogordonia papaverifera) – Querschnitt (ca. 10-x) Kotibé (Nesogordonia papaverifera) – Querschnitt (ca. 10-x) Kotibé (Nesogordonia papaverifera) – Tangentiale Oberfläche (natürliche Größe) Kotibé (Nesogordonia papaverifera) – Tangentiale Oberfläche (natürliche Größe) Kotibé (Nesogordonia papaverifera) – Radiale Oberfläche (natürliche Größe) Kotibé (Nesogordonia papaverifera) – Radiale Oberfläche (natürliche Größe)

Farbe und Struktur

Splint 3 bis 6 cm breit, rötlich grau bis blass braun. Kernholz lachsfarben bis rotbraun; frisch angeschnitten teils mit leicht violetter Tönung, letztere am Licht bräunlich verblassend, häufiger mit dunklen Farbstreifen; farblich dem Sapelli oder Makoré ähnlich. Poren gleichmäßig zerstreut, von geringer bis mittlerer Größe, auf glatten Flächen gerade noch erkennbar. Speicherzellen ohne Lupe nicht wahrnehmbar. Holzstrahlen fein, auf Tangentialflächen durch einen regelmäßigen Stockwerkbau noch gut erkennbar. Faserverlauf häufig mit regelmäßigem Wechseldrehwuchs, einen oft engen, an Sapelli erinnernden Glanzstreifen verursachend. Trockenes Holz mit einer leicht fettigen Oberfläche und einem wachsigen Geruch, ähnlich wie bei dem verwandten Niangón.

Gesamtcharakter

Ansprechend rotbraunes, homogen strukturiertes Holz, auf Radialflächen mit Glanzstreifen.

Oberflächenbehandlung

Nach bisherigen Erfahrungen besteht eine weitgehende Verträglichkeit gegenüber den üblichen Präparaten für die Oberflächenbehandlung. Im Außenbau haben sich vor allem Lasuren bewährt. Im Innenausbau wird ein besonders schönes Bild durch schwach glänzende oder matte Polituren erzielt. Kotibé sollte auf keinen Fall unbehandelt bleiben, um die Naturfärbung zu erhalten.

Bearbeitbarkeit

Kotibé ist ein mittelschweres bis schweres, sehr elastisches Holz mit entsprechend guten Festigkeitswerten und einer hohen Abriebfestigkeit. Mit Hartmetall bestückten, scharfen Werkzeugen lässt es sich im frisch oder trocken Zustand ohne Schwierigkeiten sauber bearbeiten, besonders fräsen und drechseln. Für das Hobeln radialer Flächen wird ein Schnittwinkel von 15° bis 20° empfohlen, um ein übermäßiges Ausreißen (Wechseldrehwuchs) zu verhindern. Nach ausreichendem Dämpfen (100 °C, 48 h) lässt sich das Holz sehr gut messern und schälen. Vorbohren für Schrauben und Nägel empfohlen. Die Verleimung mit handelsüblichen Klebstoffen bereitet keine Probleme.

Trocknung

Die Freilufttrocknung verläuft langsam, mit leichter Rissbildung und Verzug. Die technische Trocknung sollte nicht zu schnell durchgeführt werden und erfordert eine vorsichtige Steuerung; unter zu scharfen Trocknungsbedingungen kann es zu Zellkollaps und Verschalung kommen. Wegen des Wechseldrehwuchses und einer höheren Trocknungsgeschwindigkeit führen Dicken von 40 bis 80 mm zu besseren Ergebnissen. Erfahrungen sprechen für eine vorangehende zweimonatige Freilufttrocknung.

Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2)

Das Kernholz ist mäßig dauerhaft gegen Holz zerstörende Pilze und Insekten. Erdkontakt bei konstruktiven Anwendungen im Außenbau sollte vermieden werden.

Verwendungsbereiche

Kotibé ist aufgrund guter Festigkeitseigenschaften und mittlerer Dauerhaftigkeit gegen Pilze ein im Innen- und Außenbereich vielseitig einsetzbares Holz. Bevorzugt war es für Fenster- und Türrahmen, Profilbretter für Wand- und Deckenverkleidungen, Treppenstufen, Parkett, Parkbänke, Möbelteile und Werkzeuggriffe. Heute noch importierte Kleinteile werden überwiegend zum Schnitzen und Drechseln verwendet. Größere Bedeutung haben noch dekorative Messerfurniere von gestreiften Blöcken für Möbel, Türen und Vertäfelungen.

Austauschhölzer

Als Furnier für die afrikanischen Vertreter der Gattungen Entandrophragma (Tiama, Sipo, Kosipo, Sapelli) und Khaya, sowie auch für das Amerikanische Mahagoni.

Kotibe – Technische Eigenschaften

Rohdichte lufttrocken (12-15% u)

0,70–0,76–0,84 g/cm³

Druckfestigkeit u12-15

60–67–73 N/mm²

Biegefestigkeit u12-15

108–137–145 N/mm²

Elastizitätsmodul (Biegung) u12-15

10 640–13 300–15 400 N/mm²

Härte (JANKA) ⊥, umgerechnet

7,6–8,3–9,5 kN

Härte (BRINELL) ⊥ zur Faser u12-15

31–33–37 N/mm²

Differentielles Schwindmass (radial)

0,18–0,20 %

Differentielles Schwindmass (tangential)

0,28–0,32 %

Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2)

Klasse 3

Literatur

CIRADtropix.cirad.fr/FichiersComplementaires/EN/Africa/KOTIBE.pdf
Farmer, R.H. 1972. Handbook of Hardwoods. BRE Princes Risborough Laboratory. HMSO London
Gottwald, H. 1958. Handelshölzer. Holzmann-Verlag, Hamburg.
ITTO – Lesser known species. www.tropicaltimber.info/specie/kotibe-nesogordonia-papaverifera
Laming, P.B., Rijsdijk, J.F. & Verwijs, J.C. 1978. Houtsoorten. Informatie voor de Praktijk. Houtinstituut TNO, Delft, Tne Netherlands, 390 p.
Louppe, D., Oyen, L.P.A., Cobbinah, J.R. (edts.) 2008. Plant Resources of Tropical Africa (PROTA) 7(1). Timbers 1. PROTA Foundation, Backhuys Publishers, Leiden, Netherlands/CTA, Wageningen, Netherlands. 704 p.
Ofori, J. & al. 2009a. Properties of 10 Ghanaian high density Lesser-Used-Species of importance to bridge construction. Part 1: Green moisture content, basic density and shrinkage characteristics. Ghana J. Forestry, 25:67–76
Ofori, J. & al. 2009b. Properties of 10 Ghanaian high density Lesser-Used-Species of potential importance to bridge construction – Part 2: Mechanical strength properties. Ghana Journal of Forestry, 25:77–91
Sell, J. 1989: Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten. Lignum, Baufachverlag AG Zürich
USDA (o.J.). TechSheets. www.fpl.fs.fed.us/research/centers/woodanatomy/index.php

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