Cumarú ist ein im gesamten Verbreitungsgebiet sehr bekannter Baum, geschätzt v. a. wegen der vielfältigen medizinischen Eigenschaften seiner Samen (Tonkabohne), deren Glykosid Cumarin auch als Duftstoff in der Parfümerie und Aromastoff (in einigen Ländern mittlerweile unter strengen Auflagen) verwendet wird. Das schwere und sehr dauerhafte Holz ist nur in geringen Mengen verfügbar und kommt hauptsächlich für Konstruktionen im Außenbereich sowie im Garten- und Landschaftsbau zur Anwendung. Seit Nov. 2024 unterliegt die Gattung Dipteryx Bestimmungen des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens CITES (Anhang II).
Frisches Kernholz gelblich- über rot- bis violettbraun, später gelblich braun bis olivbraun nachdunkelnd, häufiger mit Farbstreifen; meist deutlich abgesetzt vom meist schmalen, weißlich gelben bis hellbraunen Splintholz. Zuwachszonen-Grenzen nicht auffällig; Faserverlauf meist eng wechseldrehwüchsig, oft auch unregelmäßig; trockenes Holz ohne charakteristischen Geruch; Oberfläche häufig fettig und sehr dicht.
Gesamtcharakter
Farblich wie strukturell überwiegend homogenes Holz von mittlerer Textur und sehr hoher Dichte; Holzbild schlicht, mit Glanzstreifen auf radialen Oberflächen durch Wechseldrehwuchs.
Bearbeitbarkeit
Cumarú ist ein sehr schweres und hartes Holz mit Festigkeitseigenschaften, in etwa im Bereich von Bongossi und ähnlich schweren Hölzern. Maschinelle Bearbeitung ist wegen der großen Härte und des unregelmäßigen Faserverlaufs erschwert. Verklebung meist unbefriedigend; für Nägel und Schrauben muss vorgebohrt werden.
Trocknung
Mäßig schwindend, noch gutes Stehvermögen; träge in der Feuchteaufnahme und -abgabe; Trocknung muss langsam erfolgen, um Verformung und Rissbildung (End- und Oberflächenrisse) zu reduzieren.
Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2)
Dank sehr guter Dauerhaftigkeit gegen Holz verfärbende und zerstörende Pilze sowie Insekten kann das unbehandelte Holz langfristig im Außenbereich eingesetzt werden.
Verwendungsbereiche
Als Konstruktionsholz im Außenbereich für mechanisch und biologisch höchst beanspruchte Anwendungen mit mäßigen Anforderungen an Maßhaltigkeit, z. B. Schwellen, Brücken- und Schiffsbau, Schleusen, Schwimmstege, Wasserbau (nur Süßwasser!), Containerböden, Terrassendielen; nach sorgfältiger Sortierung und Trocknung gut geeignet für hochbelastete Fußböden, z. B. in Werkhallen von Handwerk- und Industrieanlagen.
Austauschhölzer
Geeignet im Austausch für andere Außenbauhölzer hoher Rohdichte und Dauerhaftigkeit wie z.B. Bongossi, Balau/Bangkirai, Greenheart (nicht im Salzwasser), Okan, Mukulungu, Moabi, u. a.
Cumarú - Technische Eigenschaften
Gewicht frisch
1 200–1 300 kg/m³
Rohdichte lufttrocken (12-15% u)
1,0–1,2 g/cm³
Druckfestigkeit u12-15
85–110 N/mm²
Biegefestigkeit u12-15
152–190 N/mm²
Elastizitätsmodul (Biegung) u12-15
17 920–22 200 N/mm²
Härte (JANKA) ⊥, umgerechnet
12–16 kN
Härte (BRINELL) ⊥ zur Faser u12-15
45–58 N/mm²
Differentielles Schwindmass (radial)
0,29 %
Differentielles Schwindmass (tangential)
0,44 %
Trocknungsschwindmaß (radial)
3,2–3,8 %
Trocknungsschwindmaß (tangential)
4,5–5,0 %
Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2)
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Literatur
Bienfait, J. L. & al. (1950). Eigenschappen van hout voorconstructie-doeleinden. TNO Delft, Circ. No.14.
Escobar C, O. y J. R. Rodriguez. 2003. Las maderas en Colombia – fichas tecnicas. Universidad Nacional de Colombia, Medellín.
Mainieri, C. & Chimelo Perez, J. (1989). Fichas de Caracteristicas das Madeiras Brasileiras. IPT, São Paulo.
Wangaard, F. F. & al. (1954). Properties and uses of tropical woods IV. Trop. Woods 99: 1-187.
Tropenholz für tragende Zwecke
Tragende Konstruktionen aus tropischen Laubhölzern
Für tragende Konstruktionen (Stege, Balkone, Wintergärten usw.) sind seit der Überarbeitung der Norm EN 1912 (Ausgabe 2024) zahlreiche weitere tropische Holzarten zugelassen. Um die Normbedingungen zu erfüllen, ist eine Sortierung nach der Festigkeit notwendig.