Tipp vom Fach

Mit der Kochkiste Energie sparen

Eine sogenannte Kochkiste spart beim Kochen je nach Gericht bis zu 30 Prozent Energie. Wie das funktioniert? Durch eine sehr gute Isolierung und etwas Zeit. Wie die Kiste funktioniert, wie sie gebaut wird und welches Holz dafür geeignet ist, beantwortet der folgende Text:

Manche kennen es vielleicht noch von ihrer Oma, wenn sie Milchreis kochte: Sie ließ die Milch mit einer Prise Salz und dem Reis etwa fünf Minuten köcheln. Dann schlug sie den Topf inkl. Deckel in ein großes Handtuch ein und steckte ihn auf einem Holzbrett unter die Daunendecke. Eine Stunde später war der Milchreis fertig: Ohne Dabeistehen, ohne Rühren, ohne Anbrennen. Aber mit freier Zeit für einen Spaziergang. Das können wir auch!

Temperatur lange halten

Die Kochkiste nutzt folgendes Prinzip: Viele Zutaten garen auch bei Temperaturen knapp unter 100 °C weiter. Damit diese Temperatur lange genug gehalten wird, muss der heiße Topf mit den erhitzen Zutaten gut isoliert werden. Bei Oma übernahm diese Aufgabe die Daunendecke, in der energiesparenden Küche kommt heute hingegen die Kochkiste zum Einsatz.

Aufbau der Kochkiste

Wir benötigen:

1. einen möglichst dicht schließenden Kochtopf, zum Beispiel einen ausrangierten Dampfkochtopf,

2. eine Kiste, die in alle Richtungen mindestens fünf Zentimeter größer ist als der Topf (etwas mehr Platz für eine dickere Dämmschicht ist besser),

3. und Dämmmaterial.

Ideal für die Kiste ist möglichst leichtes Holz (Holz mit geringer Dichte hat bessere Isoliereigenschaften). Nadelholz mit möglichst kleinen Astlöchern ist gut geeignet oder leichte Laubhölzer, wie z. B. Pappel. Wirklich wichtig ist, dass das Holz richtig trocken ist. Wir haben Fichtenholz verwendet.

Kochkiste offen und leer
Kochkiste geschlossen

Als dämmende Isolierung eignet sich zum Beispiel Holzweichfaserdämmung, fest zusammengeknülltes Zeitungspapier, Daunenkissen, Wolle, Kork, Polystyrol (EPS oder XPS) oder eine Kombination von mehreren Materialien. Bitte aus gesundheitlichen Gründen keine Mineralwolle (wie Steinwolle oder Glaswolle) oder andere bedenkliche Produkte verarbeiten.

Wieso wir an dieser Stelle auch auf Alternativen zu Holz hinweisen? Weil wir finden, dass eine energiesparende Kochkiste nur dann wirklich Energie spart, wenn für ihre Herstellung möglichst auf Recycling gesetzt wird: Ein ausgedienter Daunenschlafsack oder das Verpackungsmaterial vom letzten Elektrogerät sind hier sinnvoller als der Neukauf von Dämmmaterialien.

Kochkiste gedämmt
Kochkiste mit Inhalt
Kochkiste mit Inhalt gedämmt

Den Boden und die Seitenwände der Kiste mindestens fünf Zentimeter dick mit Dämmmaterial verkleiden. Wir haben extrudiertes Polystyrol (XPS) genutzt, das der Nachbar übrig hatte. Um den heißen Topf nicht direkt auf das XPS zu stellen, legen wir eine dünne Sperrholzplatte auf das Dämmmaterial. Den Topf in die Kiste stellen und die Zwischenräume füllen (hier kleine Stoffbeutel mit Resten der Holzfaserdämmung vom Dachboden). Für die Isolierung zwischen Topfdeckel und Deckel ebenfalls Dämmmaterial in einen Stoffbeutel geben.

Beispiele für die Nutzung der Kochkiste

Das oben beschriebene Milchreisrezept eignet sich perfekt zum Einstieg. Nächste Projekte: (über Nacht eingeweichte) Kichererbsen, Bohnen, Schälerbsen und ähnliche Nahrungsmittel mit langen Garzeiten.

Als Richtwert: Die Gerichte 1/5 der im Rezept angegebenen Kochzeit kochen und dann für die doppelte Kochzeit in die isolierte Kiste stellen. Bei Kartoffeln zum Beispiel bedeutet das bei der hier gebauten Kiste 4 Minuten kochen, 40 Minuten in die Kochkiste stellen. Diese Werte können je nach Kochkiste abhängig von der verwendeten Dämmung etwas variieren. Einfach ausprobieren und das Ergebnis jeweils notieren.

Ambitionierte Hobbyköche kennen die Garmethoden „Niedergaren“ und „Slow Cooking“. Auch hier garen die Zutaten bei Temperaturen unter 100 °C über einen längeren Zeitpunkt. Viele dieser Rezepte funktionieren auch in der Kochkiste. Die Garzeiten bleiben dann dem Originalrezept ähnlich.

Weniger geeignet für die Kochkiste sind empfindliche Gemüse, da durch die lange Garzeit Vitamine verloren gehen. Bei Fleisch muss unbedingt die nötige Temperatur im Kern des Garguts erreicht werden, von Geflügel raten wir also ab.

Extratipp: Joghurt lässt sich in der Kochbox ebenfalls herstellen.

Nach der Verwendung der Kochkiste müssen alle Bestandteile gut trocknen, denn feuchte Materialien isolieren nicht gut.

Wer sich für Isolierung und technische Aspekte wie Dämmwerte interessiert, findet im Artikel „Mit Holz gegen Kälte, Hitze und Schall“ viele Informationen, zum Beispiel zum Wärmedurchgangskoeffizienten.

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