FAQ: Holzterrassen

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Frag den Experten

In Bezug auf die Verwendung von Holz im Außenbereich herrscht bei vielen Verbrauchern Unsicherheit.Viele stellen sich die Frage, ob Holz für den Außenbereich überhaupt geeignet ist. Wir sagen: Ja! Um den wichtigsten Verbaucherfragen eine fachliche Antwort gegenüberzustellen, haben wir einen unserer Holzexpterten gefragt. Damit möchten wir nicht nur die wichtigsten Fragen beantworten, die wir von Endverbraucherseite immer wieder gestellt bekommen, sondern auch einige Vorbehalte  aus dem Weg räumen, die es gegenüber dem Holzeinsatz im Außenbereich gibt.

Was sind die Nachteile eines europäischen Holzes gegenüber eines Tropenholzes?

Unsere einheimischen und europäischen Hölzer besitzen nicht die natürliche Dauerhaftigkeit im bewitterten Außeneinsatz wie einige Tropenhölzer.
Im Erdkontakt hält die Kiefer 3 Jahre, Douglasie 5 Jahre und die Lärche 5-10 Jahre.
Holz wurde in Deutschland deswegen kaum horizontal der Witterung bzw. in Bodennähe eingesetzt. Anders die Holländer, die durch Ihre koloniale Vergangenheit, dauerhafte Tropenhölzer im Küstenverbau einsetzten. Die dauerhafteste europäische Holzart ist die Robinie. Leider wächst die Robinie meist sehr krumm, so dass sich kaum Dielen in üblichen Längen erzeugen lassen.

Auf welche Zertifikate sollte ich als Verbraucher achten, wenn ich sichergehen möchte, dass das Holz nicht aus illegalem Raubbau stammt?

Das Holzhandelssicherungsgesetz stellt in Deutschland sicher, dass kein Holz aus Raubbau mehr auf den deutschen Markt kommt. Der Kunde hat also die Gewähr, dass er nur Holz aus legalem Einschlag, d.h. in Übereinstimmung mit den Gesetzen des jeweiligen Herkunftslandes, bekommt. Zertifikate, die für nachhaltige Forstwirtschaft stehen sind z.B. das FSC® oder das PEFC®-Siegel

Wenn ich kein Tropenholz möchte, zu welchem Holz raten Sie mir dann?

Wir würden dem Käufer entweder zur sibirische bzw. europäischen Lärche oder der Douglasie raten. Wie gesagt müsste der Käufer dabei eine kürzere Dauerhaftigkeit der Hölzer im Vergleich zu Tropenhölzern in Kauf nehmen. Das Preis-Leistungsverhältnis spricht aber klar für die genannten Hölzer. Bei der Verlegung ist darauf zu achten, dass die Terrasse bestenfalls an der Südseite des Hauses liegt. Generell muss immer darauf geachtet werden, dass Holz, wenn es im Außenbereich eingesetzt wird, gut abtrocknen kann. Hierzu ist eine gute Umlüftung des Holzes notwendig. Dann kann man auch 10 und mehr Jahre Spaß auf und mit seiner Holzterrasse haben. Als weitere dauerhafte Alternative ist noch die kesseldruckimprägnierte Kiefer zu nennen. Auch thermisch behandelte Hölzer wie die Thermoesche erreichen sehr gute Dauerhaftigkeiten.

Was bedeutet die Bezeichnung Thermoholz?

Die Hitzebehandlung des Holzes bei ca. 200 ° C macht das Holz dunkler in der Farbe und dauerhafter gegenüber Pilzbefall. Nachteil der Thermobehandlung ist, dass das Holz spröder wird und an Festigkeit verliert. Deshalb darf Thermoholz nicht tragend als Balkondiele eingesetzt werden.

Welche Holzart ist zum Barfußlaufen geeignet?

Der Begriff „Barfußdiele“ wurde im Zusammenhang mit einer massiven Diele aus Nadelholz im Jahr 2000 zum Unwort des Jahres im Holzhandel erklärt. Der Begriff ist dahingehend irreführend, da der anatomische Aufbau des Holzes insbesondere von Nadelholz dazu führt, dass in Verbindung mit Niederschlägen die Holzoberfläche ohnehin rau wird. Das liegt in der Natur der Sache. Das führt dazu, dass sich Fasern oder ganze Jahrringe in Form von Spreißel ablösen können. Leider hat auch der Holzfachhandel noch nicht das Produkt ohne Nachteile erfunden. Jedoch arbeiten wir daran.

Die Barfußdiele gibt es nicht

Es gibt jedoch eine Reihe von Hölzern, die dem Begriff der „Barfußdiele“ schon sehr nahe kommen. Eigenschaften solcher Hölzer sind eine hohe Dichte, schwere und homogen gewachsenes Holz, welches darüber hinaus auch noch astarm ist. Das trifft auf viele Tropenhölzer, die für den Terrassenbau geeignet sind, zu. Jene Hölzer neigen schlichtweg weniger zu Splittern und Spreißeln. Auch das Profil der Diele ist entscheidend. Dielen mit glatter Oberfläche neigen weniger zu Splitter als Dielen mit profilierter Oberfläche oder Dielenoberfläche mit Rillen.

Wo liegt der Einstiegspreis für einen m² Terrassenholz

Kiefer kesseldruckimprägniert 20 € / m²
Douglasie 30 € / m²
Lärche 40 € / m²

Wenn ich nicht möchte, dass mein Holz vergraut, wie oft und mit was muss ich es dann streichen?

Je nach Wetterexposition und Beanspruchung mindestens 1x im Jahr ein „Ölwechsel“. Die besten Erfahrungen hat man mit Ölen gemacht. Sie bilden keine oberflächliche Schicht, reißen nicht und blättern nicht ab. Gegen Vergrauen helfen nur UV-Blocker, das sind spezielle Farbpigmente, die das UV-Licht absorbieren.

Wenn mir das Vergrauen nichts ausmacht, muss ich das Holz dann trotzdem pflegen, z.B. mit einem bestimmten Öl?

Holz sollte regelmäßig von Schmutz und Dreck befreit werden. Vor allem Erde und Laub sammeln sich in den Fugen schnell an. Regelmäßige Reinigung schützt das Holz vor Algenbefall. Algenbefall ist immer ein Zeichen für erhöhte, länger anhaltende Feuchte Algenbefall kann also das Holz dauerhaft schädigen. Das Ölen der Dielen hilft als temporärer Feuchteschutz. Durch die Ölschicht wird die Oberfläche für eine Zeit lang wasserabweisend.

Sollte zwischen angrenzender Fläche und Holzdeck ein Höhenunterschied sein, so dass das Holzdeck hinterlüftet wird? Oder kann der Rasen auf gleicher Ebene wie das Holzdeck liegen?

Ganz wichtig ist es, dass das Holz nicht dauerhaft durchfeuchtet ist. So bleibt das Holz dauerhaft. Von der Rasenfläche darf somit keine Feuchtigkeit in die Unterkonstruktion oder den Belag eindringen! Wir empfehlen daher Rasenkantensteine als Abgrenzung zum Rasen zu verlegen. Dadurch wird der Holzbelag auch vor Schäden durch Rasenmähern oder Rasentrimmern geschützt. Für eine gute Umlüftung von Belag und Unterkonstruktion sorgt ein umlaufendes Gitter. Gitterroste aus verzinkten Blech, Aluminium oder gar Edelstahl können auch als ein gärtnerisches Gestaltungselement eingesetzt werden und haben dadurch gleich einen doppelten Nutzen.

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