Studie Holzfassade

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So verändern sich Holzfassaden im Laufe der Jahre

Es ist eine Frage, die nicht nur Bauherren brennend interessiert: Wie verändern sich Außenfassaden aus beschichteten und unbeschichteten Holzarten und Holzwerkstoffen im Laufe der Jahre? Die kürzlich abgeschlossene Langzeitstudie „Leistungsfähige Holzfassaden-Systeme“ der Holzforschung Austria zeigt erstmals konkret die Einflüsse der Witterung auf unterschiedliche Holzarten und Holzwerkstoffe sowie deren Beschichtungen.

Im Rahmen der Studie wurde eine 250 Quadratmeter große Versuchsfassade mit unterschiedlichen Holzfassaden-Systemen und unterschiedlichen Holzarten, Holzwerkstoffen und Oberflächenbehandlungen einem achtjährigen Praxistest unterzogen. Getestet wurden gängige Fassadensysteme wie Stülp- und Deckelschalungen, Profilbretter und Leistenfassaden, sowie die für den Fassadenbereich geeigneten Holzarten Fichte (auch thermisch modifiziert), Lärche und Douglasie. Zur Anwendung kamen die Holzarten in dreischichtigen Massivholzplatten, zusätzlich wurden Okoumé-Sperrholz-, Span- und OSB-Platten untersucht.

Allgemeine Erkenntnisse

Generell ist anzumerken, dass die Vergrauung der Holzfassade – trotz intensiver Beanspruchung – bei allen Holzarten und Holzwerkstoffen geringer ausgefallen ist, als erwartet. Der Langzeittest zeigt, dass Holz und Holzwerkstoffe in den unterschiedlichsten Ausführungsvarianten für den Einsatz in der Fassade geeignet sind. Als wesentliches Kriterium für die Lebensdauer der Holzfassade, ist neben der richtigen Materialwahl eine einwandfreie Konstruktion zu nennen (vgl. Artikel zum konstruktiven Holzschutz für die Fassade). Für Farben und Lacke gilt weiterhin, dass diese ohne Wartung nicht dauerhaft erhalten werden können; mit hellen deckenden Beschichtungen werden jedoch lange Wartungsintervalle von acht Jahren und mehr erreicht.

Langzeitstudie Holzfassade

Die 250 Quadratmeter große, südwestorientierte Forschungsfassade in Wien nach achtjährigem Praxistest (Foto: Holzforschung Austria)

Die wichtigsten Ergebnisse des Langzeittest im Überblick:

Holzarten:

Je nach Holzart zeigen sich deutliche Unterschiede im Erscheinungsbild der Fassadenelemente. So sind Lärche und Douglasie entsprechend den Erwartungen besser erhalten als Fichte, wohingegen die thermisch modifizierte Fichte deutlich geringere Verformungen als alle Massivholz-Bretter aufweist. Thermohölzer werden bei 180 bis 220 Grad Celsius wärmebehandelt, um die natürliche Dauerhaftigkeit gegen Pilz- und Insektenbefall zu erhöhen, sowie das Quell- und Schwindverhalten zu verbessern. Besonders bei thermisch modifizierten Hölzern sind jedoch die Reliefbildung sowie das Abtrennen der obersten Holzschicht stärker ausgeprägt, wodurch die Oberfläche weniger gut gegen Schäden gewappnet ist.

Holzwerkstoffe:

19 Millimeter dicke unbeschichtete, dreischichtige Massivholz-Platten weisen bei allen drei Holzarten stärkere dunkle Einläufe und Verfärbungen an den unteren Plattenkanten auf. Massivholz-Platten aus Lärche und Douglasie zeigen ein etwas besseres Erscheinungsbild als jene aus Fichte. Die Dreischichtplatte aus thermisch modifiziertem Fichtenholz zeigt weder offene Fugen noch Delaminierungen und eine mit allen übrigen Holzarten vergleichbare Vergrauung. Beim 15 Millimeter starkem, unbeschichtetem  ­Okoumé-Sperrholz sind bei vertikaler Orientierung die Decklagen massiv von den Platten abgelöst. Die sowohl mit als auch ohne Beschichtung eingesetzten 15 Millimeter dicken OSB-Platten zeigen sich auch nach acht Jahren noch in einem überraschend guten Zustand.

Beschichtungen der Holzfassade:

Für Beschichtungen eignen sich nur Profilformen mit entsprechender Kantenrundung. Scharfe oder gefaste Kanten weisen ein frühzeitiges Versagen auf. Werkseitige, industrielle Beschichtungen  – egal ob lasierend hellbraun oder deckend weiß – sind nach dem Beobachtungszeitraum in einem deutlich besseren Zustand als jene, die von Hand mit einem Pinsel aufgetragen wurden. Deckend weiße Beschichtungen erwiesen sich als die hochwertigsten und sind insbesondere bei maschinellem Auftrag noch vollständig erhalten. Lediglich an den Kanten und im Spritzwasserbereich hinterließ die Verwitterung Spuren.

Alle Ergebnisse der Studie „Leistungsfähige Holzfassaden-Systeme“ finden Sie unter: http://www.holzforschung.at/holzfassaden.html

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