Haus aufstocken

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Ein Stockwerk mehr Fläche

Wohnraum fehlt an allen Ecken. Schon vor geraumer Zeit ermittelten Studien, dass sich auf bestehenden Bauten Platz für zahlreiche weitere Wohnungen erschließen lässt. Dank der leichten Holzbauweise kann oft eine zusätzliche Etage aufgestockt werden, z. B. auf Wohnhäusern, Supermärkten und Hallen.

„Nachverdichten“ heißt es in vielen Städten, wenn Baulücken geschlossen werden und durch die Aufstockung bestehender Bauten neuer Wohnraum entsteht. Ein Vorteil neuer Stockwerke ist, dass keine zusätzliche Fläche versiegelt wird. Erstaunlich viele Altbauten könnten durch die leichte Holzbauweise problemlos um ein Geschoss (manchmal sogar zwei) erweitert werden. Grenzen setzt die Statik – und manchmal Behörden.

Schon ein zusätzliches Stockwerk auf einem Ein- oder Mehrfamilienhaus bietet Platz für eine komplette Wohnung, ein schickes Loft oder zusätzliche Arbeitsplätze. Eine Etage mehr auf großen Gebäuden generiert sogar mehrere Wohnungen. Auch gewerblich genutzte Immobilien geraten hier zunehmend in den Fokus der Städteplanung.

Dezent integriert oder auffällig ergänzt

Stilistisch kann sich das neue Geschoss entweder nahtlos an den bestehenden Bau anpassen oder es bildet einen modernen Stilbruch. Ersteres funktioniert besonders gut, wenn die Fensterformen und -abstände aus den unteren Geschossen übernommen werden. Eine einheitliche Holzfassade zum Beispiel vollendet die nahezu unsichtbare Erweiterung. Im Rahmen einer energetischen Sanierung ist die Fassade meist ohnehin Teil der Arbeiten.

Wenn der Denkmalschutz und örtliche Behörden es zulassen, ergänzt eine kontrastreiche moderne neue Ebene den Altbau. Die Fassade kann sich farblich abheben oder optisch wie ein ganz neues „Haus“ wirken. Die architektonischen Möglichkeiten sind hier schier unbegrenzt. Manche Fertighaushersteller und Holzbauunternehmen fertigen auch komplette modulare Hausteile, die in kurzer Zeit per Kran auf den alten Bestand gehoben werden.

Doch ob unauffällig integriert oder architektonisches Highlight: Holzbau eignet sich besonders gut für Aufstockungen. Der Werkstoff ist bei hoher Festigkeit leichter als Stahlbeton, es gibt keine Trocknungszeiten und die kurze Bauzeit hält die Bauzeit für die Be- und Anwohner so kurz wie möglich.

Aufstockungen sind genehmigungspflichtig und müssen durch Architekten betreut werden. Statik, Brandschutz, Rettungswege usw. müssen von Profis überprüft und behördlich genehmigt werden.

Fördermittel beantragen

Ein weiterer Punkt, der vor dem eigentlichen Baubeginn auf der Liste steht, ist die Beantragung von Fördermitteln. Wer das neue Dach nutzt, um das gesamte Haus energieeffizienter zu gestalten (zum Beispiel durch eine sehr gute Dämmung und Solartechnik), kann hierfür Gelder beantragen. Wer sich unsicher ist, profitiert eventuell von einer Energieberatung, die das gesamte Gebäude unter die Lupe nimmt.

Seit dem 01.01.2021 bzw. dem 01.07.2021 gelten neue Regelungen für Förderungen: Im Rahmen des Klima­schutz­programmes 2030 entwickelt die Bundes­regierung die Förderung für energie­effiziente Gebäude weiter. Die neue „Bundes­förderung für effiziente Gebäude (BEG)“ startete bei der KfW-Bank zum 01.07.2021. Eine Übersicht über den aktuellen Stand der Dinge bietet diese Seite der KfW.

Studien zum Thema Aufstockung erstellten die TU Darmstadt und das Pestel-Institut, Hannover sowohl für Nicht-Wohngebäude (2019) als auch für Wohngebäude (2016).

Vom Betonklotz zum attraktiven Blickfang

Ein schönes Beispiel für eine Erweiterung des Baubestandes ist das sogenannte „TM50“, wie die Gewerbeimmobilie nach ihrem Standort Thomas-Mann-Straße 50 in Nürnberg-Langwasser heißt. In einer Pressemeldung der beteiligten Unternehmen heißt es:

„Für die Entscheidung des Bauherrn, die ambitionierte Aufstockung auf dem massiven Altbaukörper nahezu ausschließlich mit vorgefertigten Elementen aus Holz vornehmen zu lassen, gaben die überlegenen bauphysikalischen Materialeigenschaften sowie die schnelle Montage- und Fertigstellungszeit den Ausschlag. Zu nennen wären beispielsweise die statischen Vorteile durch das geringere Gewicht (die vorgefertigten Elemente aus Holz sind wesentlich leichter als Stahlbetonteile gleicher Dimension), die besonders hohen Biege-, Druck- und Zugfestigkeiten der zur Aufstockung eingesetzten Nagelplattenbinder sowie last but not least die immense CO2-Speicherfähigkeit des Naturwerkstoffs Holz an sich – eine Eigenschaft, die beim TM50 auch für die Fassadendämmung mit Holzfaserplatten den Ausschlag gab.“

Foto: Achim Zielke für INTHERMO, Ober-Ramstadt, www.inthermo.de

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