DIN 68800

Vorbeugender Schutz von Holz

DIN 68800 lautet die Normenreihe zum Holzschutz. Zuletzt wurde der Teil 3, DIN-Norm 68800-3 aktualisiert: „Holzschutz – Teil 3: Vorbeugender Schutz von Holz mit Holzschutzmitteln“. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat im März 2020 eine Neufassung herausgegeben. Sie ergänzt die Teile 1 und 2 der Reihe.

Grundsätzlich ist zuerst der bauliche (konstruktive) Holzschutz bei der Planung und Ausführung von Bauteilen zu berücksichtigen. Konstruktive Schutzmaßnahmen sollten gegenüber der Anwendung des chemischen Holzschutzes bevorzugt werden. Deshalb sind erstrangig die bauordnungsrechtlich relevanten Teile der Holzschutznormenreihe anzuwenden:

– DIN 68800-1 „Allgemeines“ (2019-06) und
– DIN 68800-2 „Vorbeugende bauliche Maßnahmen im Hochbau“ (2012-02)

Ergänzend zum konstruktiven Holzschutz wird der chemische Holzschutz mit Bioziden genutzt, wofür die neue Fassung der DIN-Norm 68800-3 die Verwendung regelt. Mehr dazu weiter unten im Text.

Wenn die in den Teilen 1-3 beschriebenen Maßnahmen zum konstruktiven und chemischen Holzschutz nicht eingehalten wurden oder versagt haben, vervollständigt DIN 68800-4 „Holzschutz – Teil 4: Bekämpfungsmaßnahmen gegen Holz zerstörende Pilze und Insekten und Sanierungsmaßnahmen“ die Normenreihe. Der vierte Teil der Reihe beschäftigt sich also mit dem bekämpfenden Holzschutz.

Änderungen der DIN-Norm 68800-3

Die Überarbeitung der Norm wurde notwendig, da der bauaufsichtliche Verwendbarkeitsnachweis für Holzschutzmittel, der in der Vorgängernorm für alle tragenden Holzbauteile zwingend gefordert wurde, in dieser Form ausläuft. Bereits erteilte Verwendbarkeitsnachweise haben bis zum Ablauf des Verwendbarkeitsnachweises aber weiterhin Gültigkeit. Früher wurden die notwendigen Verwendbarkeitsnachweise durch Zulassungsverfahren des DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik) erteilt. Diese Aufgabe hat im Zuge der Verordnung (EU) Nr. 528/2012 (Biozid-Verordnung) nun die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) übernommen.

In den Zulassungen der BAuA sind die Kurzbezeichnungen Iv, P, W, E nicht mehr enthalten.

Zur Erinnerung:

– iv = gegen Insekten vorbeugend wirksam
– P = gegen Pilze vorbeugend wirksam
– W = auch für Holz, das der Witterung ausgesetzt ist, jedoch nicht im ständigen Erdkontakt und nicht im ständigen Wasserkontakt steht
– E = auch für Holz, das extremer Beanspruchung ausgesetzt ist (im ständigen Erd- und/oder Wasserkontakt sowie bei Schmutzablagerungen in Rissen und Fugen)

In der neuen Fassung der DIN-Norm 68800-3 wird nun der konkrete Zielorganismus sowie die Gebrauchsklasse, in der das Holzschutzmittel angewendet werden darf, genannt. Für tragende Holzbauteile dürfen nur Holzschutzmittel zur Anwendung kommen, die in der BAuA-Zulassung für professionelle (berufsmäßige) oder industrielle Anwender klassifiziert sind.

Auf der Website der BAuA gibt es ein Biozidverzeichnis, in dem für alle zugelassenen Holzschutzmittel die deklarierten Anforderungen abgerufen werden können.

Quelle: www.holzbau-deutschland.de

Holzhändlersuche

Wer liefert Holz?



Artikel teilen:
Holzhändlersuche

Wer liefert Holz?



Artikel teilen:

Mehr zum Thema

Dachausbau und Dachsanierung

Das Dach ausbauen und dämmen

Ein Dachausbau ist nicht nur in dicht besiedelten Großstädten eine attraktive Option, sondern überall dort, wo zusätzlicher Wohn- und Arbeitsraum benötigt wird. Wichtige Hinweise zur Planung finden Sie hier.

Ausbau und Umbau des Hausdaches

Baurechtliches zu Ausbau und Umbau des Hausdaches

Ein Dachausbau bietet eine gute Möglichkeit, zusätzlichen Wohnraum zu generieren. Baurechtlich ist bei der Planung von Dachgaube, Aufstockung usw. aber einiges zubeachten, denn nicht jeder Dachaufbau ist genehmigungsfrei.

Holzfassade

Moderne Fassaden

Neue Materialien und eine entspanntere Haltung vieler Kommunen gegenüber der zulässigen Fassadengestaltung ermöglichen es Eigentümern, ihr Haus relativ frei nach eigenem Geschmack zu gestalten.