Holzarten – Eigenschaften

Nadel- oder Laubholz: Welches Holz eignet sich für welche Zwecke?

Holz ist nicht gleich Holz. Weltweit gibt es rund 25.000 Holzarten, von denen nach Angaben des Thünen-Kompetenzzentrums für Holzherkünfte etwa 600 bis 800 weltweit regelmäßig gehandelt werden. Neben einer großen Auswahl an europäischen Holzsorten bietet der Holzfachhandel auch zahlreiche exotische Holzarten aus Afrika, Asien und Amerika an. Jede Holzart hat dabei individuelle Eigenschaften, die je nach Verwendungszweck sowie Einsatzbereich von Vorteil sind.

Laubhölzer

Laubholz ist aufgrund seines Aufbaus meist schwerer, fester und härter als Nadelholz. Es wird sehr oft im Innenausbau und im Möbelbereich eingesetzt. Einheimische, typische Laubhölzer sind zum Beispiel Buche, Eiche und Esche.

Laubhölzer mit einer Darrdichte über 0,55 g/cm³ werden manchmal als „Hartholz“ bezeichnet. Diese Einteilung geht auf die zolltarifliche Einordnung von 1938 zurück. Nicht zu verwechseln ist der Begriff Hartholz mit dem englischen Begriff „hardwood“, der im englischen Sprachraum allgemein für Laubhölzer – unabhängig von der Dichte – steht.

Mehr zu den Begrifflichkeiten finden Sie im Artikel „Hartholz oder Weichholz – Was hat es damit auf sich?“.

Die Buche:

Buchenholz besticht durch seine Härte und Glätte und ist in Deutschland eines der gefragtesten Möbelhölzer. Auch in der Spielzeugproduktion kommt das Holz der Buche bevorzugt zum Einsatz. Durch eine sehr hohe Druckfestigkeit eignet es sich ideal für den Gebrauch als Fußbodenbelag. Die homogene Struktur macht das Holz außerdem zu einem sehr gut zu verarbeitenden Holz, das maschinell leicht und sauber bearbeitet werden kann. Besondere Erwähnung verdient, dass sich Buchenholz mit Hilfe von Wasserdampf, neben dem Eschenholz, gut biegen lässt. Die aus Buchenholz bestehenden und nach dem Prinzip des Biegeverfahrens produzierten Wiener Kaffeehaus-Stühle des deutschen Tischlermeisters Michael Thonet erreichten weltweite Berühmtheit.

Die Eiche:

Das Holz der Eiche (hierbei ist Holz der europäischen Weißeiche gemeint) ist hart und schwer und zeichnet sich durch ausgezeichnete Festigkeitseigenschaften und einen hohen Abriebwiderstand aus. Aufgrund seiner Beständigkeit ist es hervorragend als Bauholz – auch in der bewitterten Außenanwendung – geeignet. Über viele Jahrhunderte spielten Fundamente aus Eichenholzpfählen eine wichtige Rolle – ganze Städte wie Venedig und Amsterdam stehen zu großen Teilen auf Pfahlrosten aus Eiche. Eichenholz gilt als edel und wird oft für die Herstellung von langlebigen und hochwertigen Massivholzmöbeln verwendet. Gleichermaßen beliebt ist das Holz der Eiche als Bautischlerholz für Innenausbauten, Rahmenwerke, Türen, Fenster, Treppen und Parkett– sowie Riemenböden. Eine besondere Nutzung des Eichenholzes ist die Herstellung von Bottichen, Fässern und Kübeln für Getränke wie Cognac, Whiskey und Wein (Barrique), die zwecks Geschmacksverbesserung oft jahrelang in Eichenfässern reifen. Außerdem findet sich Eichenholz in Werkzeugstielen, Verpackungs- und Transportkisten, landwirtschaftlichen Geräten oder Klavierteilen sowie Glockenstühlen in Kirchtürmen.

Die Esche:

Das Holz der Esche ist mittelschwer und zeichnet sich durch gute Festigkeitseigenschaften und eine hohe Elastizität aus. Es ist zäh wie kaum ein anderes Holz. Aufgrund dieser Eigenschaften wird Eschenholz bevorzug im Werkzeugbau (zum Beispiel als Hammerstiel) sowie im Sportgerätebau (für Barren und Leitersprossen) eingesetzt. Das Holz der Esche schwindet wenig und weist nach der Trocknung ein gutes Stehvermögen auf. Es lässt sich gut von Hand oder maschinell bearbeiten. Sägen, Schälen und Drechseln bereiten keine Schwierigkeiten, ebenso wie die Behandlung der Oberfläche. Aufgrund seiner schönen Optik und ausgeprägten Maserung wird es im Innenausbau für Wand- und Deckenbekleidungen, Parkettböden oder Treppen verwendet. Der Witterung ausgesetzt ist das Holz nicht dauerhaft. Durch eine thermische Modifikation („Thermoesche“) kann die natürliche Dauerhaftigkeit und Dimensionsstabilität des Holzes deutlich verbessert werden, wodurch eine Verwendung im Außenbereich möglich ist.

Die Edelkastanie:

Kastanienholz (Holz der echten Kastanie, auch als Esskastanie bezeichnet) ist mittelschwer, hart und weist gute Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften auf. Es lässt sich gut sägen, profilieren, bohren sowie auch hobeln und schleifen. Die Widerstandsfähigkeit gegen Feuchte ist aufgrund des höheren Tanningehalts größer als bei der Eiche, weshalb das Holz der Edelkastanie bevorzugt für Pfähle und Lawinenverbauungen zum Einsatz kommt. Nachdem es seit den 1950er Jahren wegen des Imports von Tropenhölzern an Bedeutung verloren hatte, ist Kastanienholz seit einigen Jahren wieder gefragt. Das Holz der Edelkastanie wird vor allem in der Möbelindustrie zur Herstellung von Einbauschränken, Türrahmen, Fenstersimsen oder Vertäfelungen verwendet, aber auch als Konstruktionsholz im Dachbereich oder Schiffsbau. Spielgeräte und vielfältige Gartenelemente aus Kastanienholz erfreuen sich großer Beliebtheit, da sie ohne Imprägnierung lange einsatzfähig bleiben.

Nadelhölzer

Nadelhölzer eignen sich aufgrund ihres gleichmäßigen, geraden Wuchses und ihrer geringeren Dichte ideal als Bauholz. Konstruktiv geschützt besitzen sie auch im Außenbereich eine lange Lebensdauer. Gerade im Süden Deutschlands wird vorrangig mit Nadelholz gearbeitet, da es dort in großen Beständen vorkommt. Die üblichen in Deutschland angepflanzten und verwendeten Nadelhölzer sind Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie.
Nadelhölzer mit einer Darrdichte bis 0,55 g/cm³ werden manchmal als „Weichholz“ bezeichnet. Nicht zu verwechseln mit dem englischen Begriff „softwood“, der im englischen Sprachraum allgemein für Nadelhölzer üblich ist.

Die Fichte:

Dank ihres schnellen Wachstums ist die Fichte in Deutschland derzeit Nutzholzlieferant Nummer Eins. Besondere Bedeutung kommt dem Fichtenholz in der Holzwerkstoff- sowie Papier- und Zellstoffindustrie zu. Durch sein günstiges Verhältnis von Gewicht zu Festigkeitseigenschaften und seine Verfügbarkeit eignet sich Fichtenholz als Bau- und Konstruktionsholz. Ungeschützt oder unbehandelt ist es jedoch wenig witterungsbeständig und im direkten Kontakt mit dem Erdboden nicht dauerhaft. Im Innenausbau findet Fichtenholz sowohl für Dachstühle, tragende Wände und Decken als auch für Fußböden, Wand- und Deckenbekleidungen, Treppen und Einbaumöbel Verwendung. Außerdem schätzt man es für den Bau von Saunakabinen. Für Saunabänke kommen jedoch andere Hölzer zum Einsatz.

Die Tanne/Weißtanne:

Ihre Eigenschaften und Verwendungszwecke ähneln denen der Fichte, weshalb sie im Holzfachhandel oft in einem Mischsortiment (Fi/Ta) angeboten werden. Tannenholz unterscheidet sich jedoch in einigen Einzelheiten von Fichtenholz. Grundsätzlich lässt sich Tannenholz zu den gleichen baulichen Zwecken einsetzen wie Fichtenholz. Tannenholz ist jedoch feuchtigkeitsbeständiger. Sichtbare Konstruktionen aus Tannenholz wirken deshalb oft hochwertiger und sind beständiger gegen Säuren und Basen. Ein Vorteil der Tanne gegenüber der Fichte ist, dass es zu keinem Harzaustritt kommen kann. Die Tanne besitzt nämlich keine Harzkanäle. Deswegen ist das Holz der Tanne auch im Einsatz bei kontaktintensiven Möbeln, wie Stühlen und Tischen, das gefragtere Holz. Generell sprechen die qualitativen Eigenschaften für die Tanne, der Preis für die Fichte.

Die Lärche:

Die Lärche gehört zu den Kernholzbäumen mit ausgeprägtem Farbunterschied zwischen Kern- und Splintholz. Unter den einheimischen Nadelhölzern gehört das Holz der Lärche zu den schwersten und härtesten Hölzern. Auch die natürliche Dauerhaftigkeit des Kernholzes ist besser als bei anderen einheimischen Nadelhölzern. Lärchenholz stellt ein geschätztes Bau- und Konstruktionsholz sowohl für den Außen- als auch Innenbereich dar und ist durch sein dekoratives Aussehen ein beliebtes Ausstattungsholz. Im Haus- und Wohnungsbau wird das Holz der Lärche für Haustüren, Fenster, Garagentore, Fassadenelemente sowie für Verkleidungen von Dachüberständen oder Balkonen verwendet. Im Innenbereich wird Lärchenholz gerne für Küchenmöbel, aber auch für Parkett- und Dielenböden, Treppen und Decken- oder Wandverkleidungen eingesetzt.

Die Kiefer:

Die Kiefer ist ein Nadelbaum, dessen Holz sich als Konstruktions- und Ausstattungsholz vielfältig einsetzen lässt. Im Bau- und Modernisierungsbereich dient Kiefernholz aufgrund seiner Dauerhaftigkeit, guten Tragfähigkeit und ansprechender Farbgebung für Türen, Fenster und Fassadenelemente. Nach einer Imprägnierung im Kesseldruckverfahren wird Kiefernholz auch für Gartenholz aller Art, zum Beispiel Pfosten, Pfähle und Palisaden, aber auch Terrassendielen oder Kinderspielgeräte eingesetzt. Im Innenbereich nutzt man Kiefernholz zur Verschalung, für Decken und Wände, aber auch für nicht übermäßig stark beanspruchte Treppen und Fußböden.

Die Douglasie:

Das Holz der Douglasie besitzt ausgesprochen gute technologisch-mechanische Eigenschaften sowie für Nadelhölzer eine gute natürliche Dauerhaftigkeit. Dadurch ist es ein geeignetes Bau- und Konstruktionsholz, vor allem für Fachwerk, Balkone und andere Vorbauten. Wenig dauerhaft ist Douglasienholz jedoch im Kontakt mit der Erde oder bei anhaltend hoher Feuchtebelastung. Durch seine attraktive Farbgebung, ähnlich der Lärche, erhält das Holz der Douglasie im Außenbereich zunehmend größere Bedeutung in der flächenbildenden Verwendung für Wandbekleidungen sowie für Fassadenelemente und Haustüren. Im dekorativen Innenausbau sticht es durch seine ausgeprägte Streifenzeichnung hervor.

Mehr Holzarten finden Sie im Holzarten-ABC.

Holzhändlersuche

Wer liefert Holz?



Artikel teilen:
Holzhändlersuche

Wer liefert Holz?



Artikel teilen:

Mehr zum Thema

Holz-ABC

Holzarten-ABC

Von A wie Abachi bis Z wie Zebrano - hier finden Sie einen Überblick über alle Holzarten, wo sie am weitesten verbreitet sind und durch welche Eigenschaften sie sich auszeichnen.

Holzlager

Hartholz oder Weichholz – Was hat es damit auf sich?

Im Holzfachhandel wird zwischen Weich- und Hartholz unterschieden. Hier kommt es auf das spätere Einsatzgebiet an. Weichholz ist ein gebräuchliches Bauholz, während Harthölzer bevorzugt im Innenausbau eingesetzt werden.

Rohdichte des Holzes

Rohdichte des Holzes

Die Rohdichte des Holzes macht Angaben über das Verhältnis von Zellwandsubstanz zum Hohlraum im Holz. Sie ist ein Verhältniswert, der berechnet werden muss. Die Rohdichteunterschiede innerhalb einer Holzart werden durch die jeweilig unterschiedlichen Jahrringbreiten des Holzes erkennbar. Wir erklären Ihnen hier genau, was es mit dem Begriff auf sich hat.