Palisander (Jacaranda) - Merkmale & Eigenschaften - Holz vom Fach

Holzarten-ABC

Palisander (Jacaranda)

Palisander (Jacaranda) - Bezeichnungen und Verbreitung

Kurzzeichen DIN EN 13556

DLST

Botanische Bezeichnung

Dalbergia spp.

Verbreitung

Mittel- und Südamerika, Südostasien, Madagascar
GD Holz

Palisander (Jacaranda) – Beschreibung und Merkmale

Kurzbeschreibung

Hölzer mit diesen Bezeichnungen gehören zu den ersten überseeischen Holzarten, die wegen einer besonderen Farbigkeit importiert wurden. Aufgrund ihres begrenzten Vorkommens und der meist nur schwach dimensionierten Stämme war ihr Preis stets hoch und ihre Verwendung beschränkt.

Die für Palisander-Hölzer in Frage kommenden Baumarten sind in weit voneinander entfernten tropischen Waldgebieten verbreitet und wurden in Länder verschiedener Sprache exportiert, hierdurch entstanden zahlreiche und oft verwirrende Holzbezeichnungen. Heute werden alle Arten der nahe verwandten Gattungen Dalbergia und Machaerium mit einem dunkel-farbstreifigen Kernholz und einer mitt­leren bis groben Porung als Palisander, Jacaranda oder auch mit beiden Namen bezeichnet. Diese zu der Familie der Leguminosen (Fabaceae) gehörenden zwei Gattungen enthalten Holzarten, die sich im Holzbild und den Eigenschaften so weitgehend entsprechen können, daß ihre Unterscheidung oft schwierig ist.

53 Brasil Königsholz, Dalbergia Cearensis 53 Brasil Königsholz, Dalbergia Cearensis 53 Brasil Jacaranda, Machaerium Allemanni 53 Brasil Jacaranda, Machaerium Allemanni

Stammform

Nach Art und Herkunft über­ wiegend kleine, vereinzelt auch mittelgroße und oft spannrückige Stämme mit astfreien Längen von 2,5 bis 7 m und Durchmessern von 25 cm bis 60 cm, selten auch darüber; starke Stämme häufig mit Kernfäule und Kern­rissen

Farbe und Struktur

Splint 2 bis 5 cm breit, weiß bis gelblichgrau und scharf abgesetzt. Kernholz gelblich­braun bis rötlichviolett, oft innerhalb einer Art oder auch schon eines Stammes wechselnd. Alle Palisander/Jacaranda-Hölzer sind in meist unregelmäßigen Ab­ständen durch dunkelbraune oder purpur­violette, violette bis schwarze, oft wellig verlaufen­de Zonen gekennzeichnet. Sie ergeben auf den Längsschnitten auffällige Fladern und Streifen, fast regelmäßig bei Ostindisch P., teils mit Abweichungen, wie z. B. durch Ohren bei Rio P. und Santos P. Bei verschiedenen Arten ist das durch starke Belichtung einsetzende Bleichen bzw. Ver­färben nachteilig, so z. B. bei Sisso P. Die Poren sind überwiegend grob, zerstreut, mit dunklen Kernstoffen angefüllt und meist nicht häufig, wie z. B. bei Rio P. mit­telgroße und zahlreiche Poren kennzeich­nen u. a. den Santos P. Die Holzstrahlen aller Arten sind fein und nur auf glatten Tangentialflächen durch ihre stockwerkar­tige Anordnung erkennbar. Die Speicher­zellen beeinflussen durch feine, helle Fla­dern nur schwach das Holzbild weniger Arten, wie z. B. bei Siam P.

Abweichungen

Das Holzbild kann durch eine ungleichmäßige Verteilung der Farbstreifen stark verändert sein, so durch brei­te streifenlose blinde Partien oder durch eine so enge Streifung, daß fast schwarze Flächen entstehen. Vereinzelt, häutiger bei Ostindisch P. können in Spalten stark stumpfende, mineralische Einlagerungen vorkommen.

Handelsformen

  • Deckfurniere, gemessert (auch geviertelt) Rohlinge (Halbfabrikate)
  • Rundholz (nur wenige Arten, da weit­gehend Exportverbot)

Eigenschaften

Die Palisander/Jacaranda-Hölzer sind schwer und besitzen Festigkeitseigen­schaften, die anderen schweren Hölzern, wie z. B. Wenge (Merkblatt Nr. 35), weitgehend entsprechen. Die Bearbeitung des fri­schen und auch des trockenen Holzes ist mit erhöhtem Kraftaufwand bei den weni­ger schweren Arten, wie dem Rio P. gut durchführbar; bei den härteren Arten, wie bei Amazonas P., kommt es häufig zum Ausreißen und zur Rissbildung. Die Trock­nung ist vorsichtig zu steuern, wobei die Hirnflächen gegen Rißbildung zu schützen sind. Das Stehvermögen ist bei stärkeren Durchmessern aufgrund der meist niedri­gen Schwindungswerte und einer sehr trägen Wasseraufnahme überwiegend gut.

Viele Palisan­der/Jacaranda Hölzer besitzen auch im trockenen Zustand einen deutlichen Ge­ruch, der im englischen Sprachgebiet zu der Bezeichnung Rosewood" führte; so riechen z. B. Rio P. mandelartig süßlich und der Ostindisch P. scharf aromatisch. Aufgrund bestimmter Inhaltsstoffe kann es, besonders bei schlechter Entstau­bung, während der Verarbeitung, zu Aller­gien kommen.

Oberflächenbehandlung

Palisander/Jacaranda-Hölzer sind vor der Behandlung, um Verfärbungen und Trock­nungsschwierigkeiten zu vermeiden, mit einem lsolier-Haftgrund vorzubereiten. Für die weitere Behandlung haben sich, nach entsprechendem Zwischenschliff, Nitro und DD-Lacke bewährt. Beim Einsatz neuer Techniken und bisher noch nicht verwendeter Materialien wird die Herstel­lung möglichst zahlreicher Probestücke und eine längere Beobachtung bei un­terschiedlichen Belichtungen empfohlen.

Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2)

Das Kernholz aller Palisander-Arten ist gegen Pilzbefall besonders widerstands­fähig (entspricht Resistenzklasse 1(-2) nach EN 350)

Verwendungsbereiche

Palisander/Jacaranda-Hölzer werden, au­ßer den extrem harten Arten, wegen des Aussehens und aus Gründen der Wirt­schaftlichkeit zur Herstellung dekorativer Furniere verwendet: so für hochwertige Möbel, Vertäfelungen, Gehäuse und Käs­ten.

Die Verwendung als Vollholz beschränkt sich auf Gegenstände geringer Abmes­sungen, wo Holzbild, Härte und Bearbeit­barkeit entscheidend sind: für Griffe, Drechslerwaren, Schnitzereien, Holzblas­instrumente und Bürstenrücken; die sehr harten Arten auch als Klangholz für Ma­rimbas und Xylophone.

Austauschhölzer

Hölzer verschiedener Gattungen mit ähnlicher Färbung, Steifig­keit und hoher Härte, wie Makassar-Ebenholz (Diospyros celebica), Goncalo Alves (Astronium graveolens) und Bubinga (Gui­bourtia tessmannii u. a.} sowie überwiegend bräunliche Hölzer der Gat­tung Cordia (vgl. Merkblatt 54).

Hölzer der nahe verwandten Gattung Pterocarpus (Padouk) und solche der Gattung Swartzia (Pau Rosa) dem Palisander/Jacaranda ähnlich sein. Die englische Bezeichnung Rosewood sollte nicht übersetzt werden, da der deutsche Begriff Rosenholz sich auf andere Arten bezieht (Bahia Rosenholz = Dalbergia decipularis). Die Bezeichnung Jacaranda als Holzname wird häufig mit der botanischen Gattung Jacaranda verwechselt, deren Hölzer leicht und hellfarbig und ohne besonderen Wert sind.

Ebenfalls von der Gattung Oalbergia stammende, aber nicht unter den Namen Pali­sander/Jacaranda gehandelte Hölzer sind das fast schwarze, nur selten farbstreifige Grenadill (D. melanoxylon) aus den Trockenzonen Zentral- und Ostafrikas, das hell/violett gestreifte Königsholz (D.cearensis) und das gelb/rot gestreifte Bahia Rosenholz (D. decipularis), beide aus Ost­brasilien sowie das oft auffällig gelblich­ braun bis violett gezeichnete Cocobolo (D. granadillo, D. lineata, D. retusa) aus Mittelamerika.

Palisander (Jacaranda) – Technische Eigenschaften

Gewicht frisch

1000-1300 kg/m³

Gewicht darrtrocken

800-1000 kg/m³

Druckfestigkeit u12-15

60-80 N/mm²

Biegefestigkeit u12-15

110-150 N/mm²

Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2)

Resistenzklasse 1(-2)

Literatur

  • Gottwald, H.: Handelshölzer. Ferdinand Holzmann-Verlag, Hamburg, 1958
  • Melle, Eduardo: Contribuigä.o para o es­tudo de algunas especies de Jacaran­da
  • Bras. Forestal, Nr.9, 1972, Rio de Janeiro. Pearson, R. S.: Brown, H. P.: Commercial Timbers of lndia, Vol.1. Gov. lndia. Calcut­ta 1932
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