Melina - Merkmale & Eigenschaften - Holz vom Fach

Holzarten-ABC

Melina

Melina – Bezeichnungen und Verbreitung

Kurzzeichen DIN EN 13556

GMAR

Botanische Bezeichnung

Gmelina arborea, Familie Lamiaceae

Verbreitung

Süd- und Südostasien; weltweit kultiviert

Handelsnamen

Yemani, mai saw (MM); soh, soh-maeo (TH); lõi tho, nghien dat (VN); gambar, gambhari, gumhar (IN); gamar (BD); gamari (DE); yemane (PH); „grey teak“, „white teak“, „white beech“, „Malay beechwood“ (AU,GB) Handelsnamen, die ‚beech‘ (Buche) oder, teak‘ beinhalten, sind im Englischen häufig. Sie sollten aber vermieden werden, da sie einen Bezug zu bekannten Nutzhölzern herstellen, der weder durch ähnliches Aussehen des Holzes noch durch gleichwertige Eigenschaften gerechtfertigt ist.
GD Holz Thünen Institut

Melina – Beschreibung und Merkmale

Kurzbeschreibung

Die natürliche Verbreitung von Gmelina arborea reicht von Indien über Indochina östlich bis Südchina und südlich bis zu den Philippinen. Schon seit den 1960-er Jahren wurde der schnellwüchsige Baum in tropischen Regionen der ganzen Welt in Plantagen angebaut, zunächst als Schattenbaum für Kaffee- und Kakaopflanzen, Honigproduktion und Brennholz, später für die Produktion von Industrieholz sowohl in Südostasien und Afrika, wie auch in Mittel- und Südamerika. Solche Projekte waren nicht immer so erfolgreich, wie das des amerikanischen Multimillionärs Ludwig eindrücklich zeigt (McIntyre 1980), der am Rio Jarí im östlichen Amazonasgebiet 1967 fast 650 000 ha Land kaufte und dort nach Rodung des Tropenwaldes Melina anpflanzen ließ in der Absicht, die Welt mit Rohstoff für die Zellstoffproduktion zu versorgen. Das Projekt scheiterte aus mehreren Gründen, die in dem zitierten Artikel im National Geographic detailliert beschrieben sind. Erfolgreicher war und ist der Anbau in Mittelamerika (Costa Rica, Nikaragua, Yucatan-Halbinsel), Afrika (Gambia, Ghana, Nigeria) und Indien, wo große Anteile heute zu Vollholzprodukten, Schälfurnieren, Zellstoff sowie Plattenwerkstoffen verarbeitet werden.

Melina (Gmelina arborea) – Querschnitt (ca. 10x) Melina (Gmelina arborea) – Querschnitt (ca. 10x) Melina (Gmelina arborea) – tangentiale Oberfläche (natürliche Größe) Melina (Gmelina arborea) – tangentiale Oberfläche (natürliche Größe) Melina (Gmelina arborea) – radiale Oberfläche (natürliche Größe) Melina (Gmelina arborea) – radiale Oberfläche (natürliche Größe)

Farbe und Struktur

Splint schmal und cremefarben bis gelblich grau; Kernholz farblich kaum unterschieden. Holz zerstreutporig oder halbringporig, je nach Standort; mittelgroß bis grob und regelmäßig mit Thyllen. Speichergewebe in lockeren, nur wenig deutlichen Feldern um die Poren, an den Zuwachszonen mitunter sehr feine marginale Bänder bildend. Holzstrahlen deutlich, nur auf perfekt orientierten radialen Flächen als kleine, glänzende Spiegel das Holzbild beeinflussend. Faserverlauf gerade bis schwach wechseldrehwüchsig. Zuwachszonen undeutlich (zerstreutporig) bis ausgeprägt (halbringporig). Holz ohne spezifischen Geruch.

Gesamtcharakter

Helles und schlichtes, farblich wie strukturell überwiegend homogenes Holz von etwas grober Textur.

Bearbeitbarkeit

Das leichte bis mittelschwere Holz lässt sich maschinell gut bearbeiten. Ähnlich dem nah verwandten Teak, wirken die Einschlüsse von Silika (SiO2) leicht stumpfend. Holz aus Schnellwuchsplantagen kann größere Anteile an Zugholz enthalten, was sich negativ auf die Qualität von Oberflächen und Kanten auswirkt. Das Holz ist gut messer- und schälbar, auch ohne vorherige thermische Behandlung. Die Verklebung mit handelsüblichen Präparaten ist unproblematisch, Nagel- und Schraubverbindungen führen bei geradfaserigem Material oft zu unbefriedigenden Ergebnissen. Das helle Holz lässt sich in den verschiedensten Tönungen sehr gut beizen, zum Beispiel ähnlich Cedro, Eiche oder Nussbaum.

Trocknung

Freilufttrocknung verläuft aufgrund der geringen Wegsamkeit des Holzes (Thyllen) langsam, bei geringer Neigung zu Verformung und Rissbildung. Technische Trocknung muss langsam und vorsichtig geführt werden, um steile Feuchtegradienten bzw. Verschalung zu vermeiden. Zu Ende der Trocknung sollte immer eine Phase der Rekonditionierung folgen, um die noch im Holz vorhandenen Trocknungsspannungen abzubauen.

Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2)

Das Kernholz ist nur mäßig dauerhaft gegen Holz zerstörende Pilze und Insekten.

Achtung: Holz aus jungen Plantagen (bis etwa 15 Jahre) besteht zu einem guten Teil aus pilzanfälligem Splint (meist über 50 %) und sollte ohne Schutzbehandlung nicht im Außenbau verwendet werden.

Verwendungsbereiche

Zunächst nur für die Zellstoffproduktion vorgesehen, findet das Plantagenholz mittlerweile eine Vielzahl von Anwendungen. Aus gering dimensionierten Stämmen erster Durchforstungen werden vorwiegend noch Zellstoff und Spanplatten gefertigt, aber auch schutzbehandeltes Baumaterial für vorgefertigte Blockhäuser für die ärmere Landbevölkerung. Größer dimensionierte Stämme werden zu Schälfurnieren für Sperrholz (überwiegend Mittellagen) und Streichhölzern, in den letzten Jahren auch zu Schnittholz, verarbeitet. Dieses wird überwiegend bei der Herstellung von Gartenmöbeln, leichten Konstruktionen, allgemeinen Zimmerarbeiten, Möbelteilen, einfachen Musikinstrumenten, künstlichen Gliedmaßen, Paletten und Verpackungen eingesetzt.

Melina – Technische Eigenschaften

Rohdichte lufttrocken (12-15% u)

0,40–0,53–0,64 g/cm³

Druckfestigkeit u12-15

26–30–39 N/mm²

Biegefestigkeit u12-15

61–75(–82) N/mm²

Elastizitätsmodul (Biegung) u12-15

7 000–9 000–10 500 N/mm²

Härte (JANKA) ⊥, umgerechnet

1,7–2,6–3,4 kN

Härte (BRINELL) ⊥ zur Faser u12-15

13–15–18 N/mm²

Differentielles Schwindmass (radial)

0,14 %

Differentielles Schwindmass (tangential)

0,31 %

pH-Wert

k.A.

Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2)

Klasse 4

Literatur

  • Dvorak, W. S. 2004. World view of Gmelina arborea: opportunities and challenges. New Forests 28: 111–126
  • McIntyre, L. 1980. Jari: una apuesta de mil millones de dólares. National Geographic. 157(5): 686–711
  • Moya Roque, R. 2004. Wood of Gmelina arborea in Costa Rica. New Forest 28: 299–307
  • Silva, J.A. & al. 2010. Fichas de propiedades tecnológicas y usos de maderas nativas de México e importadas. Amaya Ediciones S de de CV, Guadalajara, México
  • Soerianegara, I. & R.H.M.J. Lemmens (eds.) 1993: Plant resources of South-East Asia 5. (1) Timber trees: Major commercial timbers. Pudoc Scientific Publishers, Wageningen, p. 357ff.
  • Verma, P., Bijalwan, A., Shankhwar, A.K., Dobriyal, M., Jacob, V. & Rathaude, S.K. 2017. Scaling up an indigenous tree (Gmelina arborea) based agroforestry systems in India. International Journal of Science and Qualitative Analysis. Vol. 3(6): 73–77
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