Melia, Paraiso - Merkmale & Eigenschaften - Holz vom Fach

Holzarten-ABC

Melia, Paraiso

Melia, Paraiso - Bezeichnungen und Verbreitung

Kurzzeichen DIN EN 13556

XXX8

Botanische Bezeichnung

Mel a azedarach (Syn.:Azedarach deleteria) einschließlich var. gigantea. Familie Meliaceae

Verbreitung

Pakistan, Nordindien, in den Vorgebirgen des Himalaya; kultiviert in klimatisch geeigneten Zonen in Vorder- und Südostasien, Afrika, Australien und Lateinamerika.

Handelsnamen

Zedarach-/Zedrachbaum, Patemosterbaum, Paradiesbaum (D); China berry, bastard cedar, white cedar, false sycamore, Persian lilac, bead tree (GB, US und andere engl schsprachige Länder); Azedarach, arbre saint (F); Tamaga, pandama (BU); Xoan, xoan tia (VN); Cinamomo, lila de Persia (BR); Parafso gigante, parafso morado, arbol de parafso, lila, piacho (Süd- und Mittelamerika),
GD Holz

Melia, Paraiso – Beschreibung und Merkmale

Kurzbeschreibung

Die ursprüngliche Heimat von Melia- bzw. Paraiso liegt in den südlichen Vorbergen des Himalaya im heutigen Indien und Pakistan. Der Baum gehört zu der holzwirtschaftlich bedeutenden botanischen Familie der Meliaceae, die eine Reihe geschätzter Handelshölzer wie z.B. das echte Mahagoni, Sipo, Sapeli, Khaya und Cedro liefert. Durch Kultur wurde der wechselgrüne Baum schon frühzeitig sehr weit verbreitet und ist mitt­lerweile weltweit Bestandteil von ländlichen und städtischen Begrünungen sowie von forstlichen Anpflanzungen. Ausschlaggebend für die inten­sive Kultivierung waren früher die vielfältigen krankheits- und insektenabwehrenden Kräfte in Wurzeln, Blättern, Früchten und Rinde und nütz­liche Nebenprodukte wie ein aus den Samen gepreßtes Öl, das zu Beleuchtungszwecken und als Firnis verwendet wurde. Heute stehen at­traktives Aussehen (Blüten, Früchte, Belaubung), eine hohe Widerstandskraft gegen urbane Emissionen und für den forstlichen Anbau, die gu­ten Wuchsleistungen und Holzqualitäten im Vordergrund. In der Vergangenheit spielte Melia holzwirtschaftlich wegen der geringen Vorkommen nur lokal eine Rolle und wurde vor allem als relativ witterungsbeständiges Bauholz geschätzt. Mit der Züchtung extrem wüchsiger Formen (var.gigantea) und der Entwicklung spezieller waldbauficher Konzepte im subtropischen Südamerika (Argentinien, Paraguay) und anderen Regionen wurden mittlerweile so gute Voraussetzungen für die Holzproduktion von Melia geschaffen, dass in Zukunft wirtschaftlich verwertbare Mengen des gut zu bearbeitenden und dekorativen Holzes erwartet werden können.

Stammform

Am natürlichen Standort er­reichen die Bäume im Freistand 10-15 m, im geschlossenen Bestand bis zu 18-25 m Höhe bei Durchmessern von 60-90 cm. In Kultur zeigt vor allem die in Argentinien und Paraguay angebaute Form 'gigantea' enorme Wuchsleistungen mit ca. 50 cm Brusthöhendurchmesser und einer nutzba­ren Schaftlänge von 5-7 m im Alter von 12-15 Jahren. Bei entsprechender forstlicher Pflege genügen Stammform und Dimensi­onen schon in diesem Alter den Mindestan­sprüchen der Säge­ und Furnierindustrie.

Farbe und Struktur

Splint gelblichweiß und bis 6 cm breit; deutlich abgesetzt vom gelblich- bis rötlichbraunen Kernholz, das am Licht noch schwach nachdunkelt. Melia ist ein ringporiges Holz mit markanten, im Mittel 5-15 (bis 25) mm breiten Zuwachs­zonen, begrenzt durch ein breites Band von durch farbige Inhaltsstoffe dunkel erschei­nenden Frühholzporen, die zu einer deutlichen Flader- oder Streifenzeichnung auf tan­gentialen bzw. radialen Flächen führen. Spei­cherzellen bandförmig die Zuwachszonen begrenzend und die Porenzeichnung noch verstärkend. Holzstrahlen fein bis mittelgroß, das Holzbild nicht wesentlich beeinflussend. Faserverlauf überwiegend gerade, nur ver­einzelt leicht gewellt oder mit schwachem Wechseldrehwuchs.

Gesamtcharakter

Deutlich poriges, in Zeichnung und Farbe sehr ansprechendes Holz, das in seiner Struktur einheimischen ringporigen Laubhölzern wie z.B. Esche (Merkblatt 88) und Ulme (Merkblatt 105) oder dem amrikanischen Cedro (Merkblatt 38) ähnlich sein kann.

Abweichungen

Vereinzelt mit Blutadern, die durch Verletzungen des Gewebes entste­hen und auf Querschnitten als rotbraune Bögen, auf Längsschnitten als dunkle Fladern bzw. Streifen auftreten.

Handelsformen

Rundholzblöcke von 35 bis 50 cm Durch­messer und ab 2 bis 3 m Länge. Anga­ben zu möglichen Abmessungen von Schnittholz können vorerst nicht gemacht werden, da ent­sprechende Sortimente bislang nicht angeboten werden.

Eigenschaften

Melia ist ein leichtes bis mäßig schweres Holz mit entsprechenden Festigkeitseigen­schaften. Die Bearbeitung des frischen wie auch des trockenen Holzes ist maschinell und handwerklich mit allen Werkzeugen schnell und werkzeugschonend durchführbar, vergleichbar z.B. mit leichteren Qualitäten von Esche, mit Sen oder dem südamerikani­schen Cedro. Melia ist gut messer- und schälbar. Oberflächen werden i.d.R. glatt und sind sehr gut polierbar. Kanten bedürfen besonders sorgfältiger Bearbeitung, da das Holz in Bereichen der porigen Frühholzzonen etwas zum Ausreißen neigt.
Eckverbindun­gen, Nägel und Schrauben sowie Verklebun­gen halten gut. Die Schwind- und Quellwerte liegen im mittleren Bereich, sind in tangentia­ler und radialer Richtung nur mäßig verschie­den und ergeben ein gutes Stehvermögen. Natürliche wie auch technische Trocknung verlaufen rasch mit allgemein geringer Neigung zu Rissbildung und zum Verwer­fen. Bezüglich der natürlichen Resistenz des Kernholzes gegen Pilze wird Melia als dau­erhaft bis mäßig dauerhaft (Klasse II-HI (-IV) nach DIN 68364) eingestuft. Die Resis­tenz gegen Insekten (nach Literaturangaben u.a. auch gegen Termiten) gilt als gut. Me­liaholz ist im trockenen Zustand geruchlos. Bei Kontakt mit Eisen in Verbindung mit Feuchtigkeit können aufgrund der im Holz eingelagerten Gerbstoffe dunkle Verfärbungen entstehen.

Oberflächenbehandlung

Melia kann, getrocknet, mit allen im Innen­- und Außenbau bekannten Mitteln und Techni­ken behandelt werden. Zur Erhaltung der natürlichen Holzfarbe empfehlen sich für die Oberflächenbehandlung klare und matt glän­zende Mittel wie z.B. farblose Lasuren, Mat­tierungen, Klarwachse, naturbelassene Öle (z.B. Leinöl). Auch transparente Lacke eig­nen sich gut, sollten aber nur dann verwendet werden, wenn das Holz keiner direkten Be­witterung und Sonneneinstrahlung ausge­setzt ist. Aufgrund der groben Porung sind für deckende Anstriche porenfüllende Grundie­rungen erforderlich. Es ist auch möglich, durch Kalken, wie bei Esche oder Eiche, die natürliche Porenzeichnung noch zu verstär­ken. Ein zusätzlicher chemischer Schutz bei Verwendung im Außenbau (oberirdisch) ist i.d.R. nicht erforderlich.

Verwendungsbereiche

Aufgrund der guten Bearbeitbarkeit, der na­türlichen Resistenz gegen Pilze und Insek­ten, wie auch des guten Stehvermögens ist Melia ein im Innen- wie Außenbau vielseitig einsetzbares Holz, solange keine besonderen Ansprüche an die Festigkeit gestellt werden. Als Vollholz eignet sich Melia sehr gut für Profilholz, Rahmen und Füllungen von Vertäfelungen sowie Möbelteile und Spiel­zeuge. Auch empfiehlt sich Melia für den Rahmen­ bau (Fenster, Türen) in Form ver­leimter Kanteln. In tropischen und subtropi­schen Regionen könnte das Holz wegen seiner Termitenresistenz z.B. bei der Herstel­lung preiswerter Fertighäuser ('low cost housing') Berücksichtigung finden. Als Fur­nier, gemessert oder geschält, eignet sich Melia besonders für Möbeloberflächen sowie für Sperrholz und leichte Verpa­ckungen. Sehwachholz aus Durchforstungen sowie Abfälle aus industriel­ler Produktion können als Faserholz in der Papier- und Zellstoffindustrie Verwendung fin­den.

Austauschhölzer

Aufgrund seiner markan­ten Oberflächenstruktur kann Melia im Aus­tausch für eine Reihe ringporiger Ausstat­tungshölzer wie Esche (Merkblatt 88), Ulme (Merkblatt 105) und Eiche (Merkblatt 63) ein­ gesetzt werden soweit nicht eine helle Holz­farbe ausschlaggebend für die Verwendung ist. Ebensogut kann Melia leichtere Qualitä­ten der zur gleichen botanischen Familie (Meliaceae) gehörenden Traditionshölzer

Echtes Mahagoni (Merkblatt 1), Khaya (Merkblatt 39) oder Cedro in einer Reihe von Anwendungen ersetzen.

Anmerkungen

Informationen über Eigenschaften und Nut­zung von Meliaholz zum gegenwärtigen Zeit­punkt anzubieten, ist eine Investition in die Zukunft. Noch können nur geringe Mengen dieses vielversprechenden Holzes aus den Aufforstungen in Argentinien, Paraguay und anderen Regionen zur Weiterverarbeitung angeboten werden. Kleinere Mengen von Halbfertig- und Fertigprodukten aus Meliaholz (kultiviert) werden derzeit schon in Süd­ostasien hergestellt und von dort exportiert. Bei entsprechender Akzeptanz durch den Markt er­öffnet sich mit Melia sowohl für knappe Eu­ropäische als auch für tropische Traditionshölzer eine Alternative, die vielfälti­gen ästhetischen wie technischen Ansprü­chen gerecht wird.

Melia, Paraiso – Technische Eigenschaften

Gewicht frisch

650-900 kg/m³

Gewicht lufttrocken

630-720 kg/m³

Druckfestigkeit u12-15

37-46 N/mm²

Biegefestigkeit u12-15

70-94 N/mm²

Elastizitätsmodul (Biegung) u12-15

7500-9800 N/mm²

Literatur

ANON.: Indian Woods, Vol. II. Survey of lndia Offices, Dehra Dun, 1963.

BHAT, K.M.: Prpperties of selected less­ known tropical hardwoods. J.·Indian Acad. of Wood Science 16 (1988). 1, 26-33.

BÜNTEMEYER-REICH, K., FRÜHWALD, A.,

PATT, R.: Propriedades de la madera Melia azedarach L. proveniente de forestaciones en et Paraguay. lnforme tle lnvestigaci6n, Sep­ tiembre 1989. Ordinariat für Holztechnologie, Universität Hamburg.

DAHMS, K.-G.: Zedrachbaum. Neue Import­ hölzer aus Südostasien. Holz-Zentralblatt 116 (1990), 103/104, p. 1549-50.

GAMBLE, J.S.: A Manual of Indian Timbers. Sampson Low, Marston & Co., London, 1922.

KEATING, W.G., BOLZA, E.: Characteristics, Properties and Uses of Timber. South-East Asia, Northern Australia and the P8.9ifiC. lnka­ta Press, Maibourne 1982, 362 pp.

PEARSON, R.S., BROWN, H.P.: Commercial
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ROELCKE, S.: Melia-Plantage in Paraguay (Vortrag). In: Überseeische Plantagenhölzer auf unserem Markt. Mitteilungsheft der Ge­ sellschaft der Förderer und Freunde der BFH (Hamburg); No.9, 1993, p. 109-115.

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