Lenga - Merkmale & Eigenschaften - Holz vom Fach

Holzarten-ABC

Lenga

Lenga - Bezeichnungen und Verbreitung

Kurzzeichen DIN EN 13556

NOPR

Botanische Bezeichnung

Nothofagus pumilio; Familie der Fagaceen

Verbreitung

Südliches Chile und Argentinien

Handelsnamen

Roble blanco
GD Holz

Lenga – Beschreibung und Merkmale

Kurzbeschreibung

Diese aus dem äußersten Süden Amerikas stammende Art gehört der auch von Neuseeland bis Neuguinea verbreiteten Gattung Nothofagus an. Von dieser sind die südamerikanischen Hölzer Rauli (Nothofagus alpina) und das Coigue (Nothofagus dombeyi) dem europäischen Markt schon seit langem bekannt; dagegen ist das Lenga eine erst neue Art, weil auf ihren schwierigen Standorten die bisherigen Einschlagbedingungen eine kontinuierliche und größere Produktion nicht zuließen. Die Vorräte und Eigenschaften des Lenga lassen erwarten, daSS es die wichtigste Art dieser auch mit der Rotbuche (Fagus sylvatica) verwandten Gattung (Nothofagus) werden kann.

Lenga 1 Lenga 1 Lenga 2 Lenga 2

Stammform

Auf guten Standorten und bei dichtem Bestand geradschäftig und mit kurzen Wurzelanläufen. Astfreie Längen bei hiebreifen Durchmessern um 10 m, vereinzelt auch über 15 m; Durchmesser meist um 50 bis 80 cm, noch stärkere Stämme überalteter Bäume häufig mit Verfärbungen im inneren Kern.

Farbe und Struktur

Splint hellgrau bis rosabraun und bis 3 cm breit; Kernholz nur schwach vom Splintholz unterschieden, blass rosa bis hell gelblichbraun und mattglänzend; vereinzelt auch mit unscharf begrenzten bräunlichen Streifen. Der Farbunterschied zwischen Splint- und Kernholz ist beim saftfrischen Holz am deutlichsten.
Poren fein und zerstreut, nur mit der Lupe auf glatten Querschnitten noch erkennbar und eine besonders glatte Oberfläche ergebend. Markstrahlen, im Gegensatz zu der verwandten Rotbuche, ausschließlich klein und daher nur auf radialen Flächen noch als niedrige, das Holzbild nicht mehr beeinflussende Spiegel wahrzunehmen; vereinzelt auch durch fast stockwerkartige Anordnung auf tangentialen Flächen noch erkennbar. Speicherzellen nicht zu erkennen. Zuwachszonen meist um 1 bis 3 mm breit, auf allen Schnittrichtungen durch ein feines, weniger als 0,5 mm breites und dunkles Spätholzband gut begrenzt, das tangential deutliche, das Holzbild belebende Fladern und radial gleichmäßige, sehr feine Streifen bildet; hierdurch kann Lenga dem Kirschbaumholz (Prunus avium) ähneln.

Gesamtcharakter

Hellfarbiges und mattglänzendes sowie fein- und zerstreutporiges, glattes Holz mit Zuwachszonenstruktur, verschiedenen einheimischen Hölzern, wie Kirsche und Birke, ähnlich, aber deutlich von der verwandten Rotbuche abweichend.

Abweichungen

Auf ungünstigen Standorten teils mit unregelmäßigem Faserverlauf und Farbabweichungen.

Handelsformen

Schnittholz: Bis 100 mm stark, bis 20 cm breit und ab 1,8 m Länge.
Furniere: gemessert.
Rundholz: ab 50 cm Durchmesser aufwärts und ab 3,5 m Länge.

Eigenschaften

Lenga ist ein noch mäßig leichtes Holz (vgl. Merkblatt 50, Gewichtsgruppen) mit Festigkeitseigenschaften, wie sie bei anderen Hölzern ähnlicher Dichte, z. B. Ahorn (Acer pseudoplatanus) zu erwarten sind. Es ist damit weniger hart und schwer als das Holz der Rotbuche, aber auch noch leichter als das Holz der Schwesternart Coigue (Notho-fagus dombeyi), das fälschlich auch als Feuerlandkirsche bezeichnet wird.
Aufgrund dieser Festigkeitseigenschaften und der gleichmäßigen Struktur ist Lenga ein bei nur mittlerem Kraftaufwand sehr gut bearbeitbares Holz; jede Form der spanhebenden Bearbeitungen, einschließlich des Bohrens, Drehens, Präsens und des Schnitzens, ergeben auffällig glatte und ansprechende Flächen mit sauberen Kanten. Nägel, Schrauben sowie Verleimungen halten gut.
Die Schwind- und Quellmaße sind von mittlerer Größe und ergeben ein befriedigendes Stehvermögen. Die technische Trocknung hat trotz der geringen Dichte langsam zu erfolgen, um Trocknungsspannungen, die sich aus ungleichen Schwindungswerten ergeben können, zu vermeiden.
Im Feuchtzustand können Eisenmetalle zu graubraunen Verfärbungen führen. Das Holz ist geruchlos. Die Widerstandsfähigkeit gegen Pilzbefall ist im Außenbau ohne tiefwirksamen chemischen Schutz nicht ausreichend.

Oberflächenbehandlung

Lenga ist nach einem Schliff mit feiner Körnung mit allen Mitteln und Techniken vorteilhaft zu behandeln; es können beliebig matte, seidenmatte oder auch hochglänzende Flächen erzielt werden. Die Anwendung von Beizen bereitet, ohne das feine Spätholzbrldzu verdecken, keine Schwierigkeiten.

Verwendungsbereiche

Aufgrund der hervorragenden Bearbeitbarkeit und des ansprechenden Holzbildes ist Lenga als Vollholz (innen) im technischen und auch im dekorativen Bereich mit gutem Erfolg einsetzbar. Es ist besonders geeignet für Leisten, Rahmen, Kleinmöbel, Sitzmöbel und Möbelteile (auch profilierte und geschnitzte) sowie Stollen, Vorleimer und Griffstücke; außerdem für Profilbretter bei der Innenraumgestaltung oder für Spielzeug, Zierverpackungen und gedrechselte Gegenstände. Hierbei ist zu beachten, daß durch eine farbliche Oberflächenbehandlung gute Austauschmöglichkeiten für Amerikanisches Mahagoni, Kirschbaum oder Nußbaum bestehen.
Als Furnier (gemessen) für Möbel und Paneele sowie zur Absperrung großer, hochglanzpolierter Flächen.

Austauschhölzer

Für Kirschbaum, Birnbaum, Nußbaum, Rauli, Whitewood (Liriodendron tufipifera), Sweet Gum, Satin Nußbaum (Liquidambar styraciflua), Birke und Ahorn

Anmerkungen

Die anderen Hölzer der Gattung Nothofagus sind strukturell ähnlich, aber überwiegend härter, ausgenommen das mehr rötliche Rauli (Nothofagus alpina = procera) mit praktisch gleichen Festigkeitseigenschaften wie Lenga.

Lenga – Technische Eigenschaften

Gewicht frisch

830 kg/m³

Gewicht darrtrocken

520 kg/m³

Druckfestigkeit u12-15

43 N/mm²

Biegefestigkeit u12-15

88 N/mm²

Literatur

Anonymus: Chilean forestry news, 1, 16, 1979; Santiago/Chile.
Dahms, K.-G.: Lenga, ein neues Importholz aus Südamerika. Holz-Zentralblatt 30, 1978, Stuttgart.
Record, S. J., u. Hess, R. W.: Timber of the New World, New Haven 1947.
Tortorelli, L. A.: Maderas y Bosques Argentinos. Buenos Aires 1956.

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