Kosipo - Merkmale & Eigenschaften - Holz vom Fach

Holzarten-ABC

Kosipo

Kosipo – Bezeichnungen und Verbreitung

Kurzzeichen DIN EN 13556

ENCN

Botanische Bezeichnung

Entandrophragma candollei, Familie Meliaceae

Verbreitung

tropisches Afrika

Handelsnamen

kosipo (D, CI, F), boubousson rouge, vroudi (CI), heavy sapele, omu (GB, WAN), atom-assié, klatié (CAM), lifaki (ZRE), mpempe (RPC), assoré, ikwapobo (WAN), kossipo (NL), lifuko (ANG), penkwa (GH)
GD Holz Thünen Institut

Kosipo – Beschreibung und Merkmale

Kurzbeschreibung

Auch wenn Kosipo in allgemeinen weniger geschätzt wird als die etablierten Hölzer Sipo, Sapelli und Khaya aus der gleichen Familie der Meliaceae ist es in den meisten Ursprungsgebieten stark übernutzt. Seit den 70er-Jahren in großem Maße nach Europa importiert, wird es im wesentlichen wegen seiner guten konstruktiven Eigenschaften verwendet aber auch als dekoratives oder Schälfurnier verwendet.

Kosipo, (E.candollei): Querschnitt (ca. 12x) Kosipo, (E.candollei): Querschnitt (ca. 12x) Kosipo, (E.candollei): Tangentiale Oberfläche (natürliche Größe) Kosipo, (E.candollei): Tangentiale Oberfläche (natürliche Größe)

Farbe und Struktur

Das Splintholz ist selten breiter als 8 cm, grau bis blassbraun und deutlich vom Kern abgesetzt. Das Kernholz ist dunkel rotbraun bis violettbraun nachdunkelnd. Die Poren sind groß und teilweise mit dunklen Inhaltsstoffen gefüllt. Tangentiale Parenchymbänder bilden auf den radialen Schnittflächen feine Linien und auf den Tangentialflächen deutliche Flader. Ausgeprägter Wechseldrehwuchs erzeugt attraktive Glanzstreifen.

Gesamtcharakter

Deutlich poriges, intensiv dunkles Holz mit lebhafter Struktur für dekorative wie konstruktive Anwendungen.

Abweichungen

Besonders vielporige Hölzer zeigen eine sehr offene Oberfläche; Nuppen vorkommend, aber weniger häufig als bei Sapelli.

Handelsformen

Rundholz von 0,7 m bis 1,5 m Stärke und von 4 m bis 10 m Länge. Besäumtes Schnittholz von 26 mm Stärke, 155 mm Breite und 1,8 m Länge aufwärts. Blockware in beliebigen Maßen. Messer- und Schälfurniere.

Eigenschaften

Mäßig schweres Holz mit oft etwas niedrigeren Festigkeitseigenschaften als Sapelli, aber sehr ähnlichen wie Sipo. Die guten Stammformen ermöglichen eine besonders günstige Ausnutzung und große Abmessungen. Der Einschnitt des frischen Rundholzes verläuft meist ohne Schwierigkeiten, nur im inneren Kernholz ist durch schräg verlaufenden Risse ein höherer Verschnitt möglich. Bei der Bearbeitung des trockenen Holzes kann aufgrund von nur mikroskopisch erkennbaren Kieseleinlagerungen (SiO') ein deutliches Stumpfen der Werkzeuge auftreten. Scharfkantige Profile neigen leicht zum Splittern, und für Nagelungen sowie Verschraubungen ist Vorbohren erforderlich. Konstruktionsteile mit feinen Passungen, die Feuchteschwankungen ausgesetzt sind, sollten nur aus möglichst schlichten oder riftgeschnittenen Hölzern hergestellt werden. Kosipo ist gut messer- und schälbar; Verleimungen sind von guter Haltbarkeit. Das Kernholz ist für den Außenbau ausreichend widerstandsfähig gegen Insekten- und Pilzbefall. Trockenes Holz ist geruchlos. Die Trocknung ist nach jeder Methode vorsichtig zu führen. Das Holz trocknet nur sehr langsam, und besonders Brett- sowie Bohlenstärken zeigen bei einer beschleunigten Trocknung ein deutliches Verziehen, während stärkere Hölzer zur Rißbildung neigen. Aus diesem Grunde wird häufig vordertechnischen Trocknung eine Freilufttrocknung des Schnittholzes bis auf 30% Holzfeuchte vorgenommen.

Bearbeitbarkeit

Das Holz ist gut zu bearbeiten. Probleme können in Form von Ausreißen in Bereichen mit starkem Wechseldrehwuchs auftreten. Schneiden stumpfen wegen eingelagerter Kieselsäure zum Teil schnell ab. Messern und Schälen lässt sich das Holz gut. Kosipo ist gut verklebbar, zu verschrauben und zu nageln, wenn vorgebohrt wird. Die Oberflächen Behandlung ist unproblematisch, dabei sollten die groben Poren für Hochglanz-Oberflächen zunächst gut gefüllt werden. Die Tränkbarkeit des Kernholzes ist schlecht.

Trocknung

Das Holz trocknet sehr langsam. Eine vorsichtige technische Trocknung ist wegen des Wechseldrehwuchses und der damit verbundenen Neigung zum Reißen und Werfen ratsam. Zum Teil wird eine Freiluft-Trocknung bis auf u = 30 % vorgeschaltet.

Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2)

Kosipo erfüllt die Anforderungen der Dauerhaftigkeitsklasse 2-3 der DIN EN 350 und ist damit gut bis mäßig resistent gegen Holz zerstörende Pilze und Insekten.

Verwendungsbereiche

Im Außen- als auch im Innenbereich ist Kosipo tragend oder nicht tragend einsetzbar. Besonders geeignet ist es als Konstruktionsholz für den Außenbau ohne Erdkontakt. Ebenso ausgezeichnet lassen sich wirkungsvolle Deckfurniere für attraktive Möbeloberflächen oder Schälfurniere für Bootbausperrholz herstellen.

Austauschhölzer

Kosipo ähnelt im Form und Textur am ehesten Sipo, ist jedoch gröber strukturiert. Ebenso können alle anderen etablierten Hölzer aus der Familie der Meliaceae Kosipo ersetzen, z. B. Tiama, Sapelli, Khaya und das echte Mahagoni. Ferner eignet sich Dark Red Meranti bedingt zum Austausch.

Anmerkungen

Das Holz besitzt keinen ausgeprägten Eigengeruch. Reaktionen in Verbindung mit Eisen sind nicht bekannt.

Kosipo – Technische Eigenschaften

Gewicht frisch

850—950 kg/m³

Rohdichte lufttrocken (12-15% u)

0,57—0,83 g/cm³

Druckfestigkeit u12-15

47—63 N/mm²

Biegefestigkeit u12-15

82—115(—150) N/mm²

Elastizitätsmodul (Biegung) u12-15

≈ 11 500 N/mm²

Härte (JANKA) ⊥, umgerechnet

5—7 kN

Härte (BRINELL) ⊥ zur Faser u12-15

23—29 N/mm²

Differentielles Schwindmass (radial)

0,23—0,28 %

Differentielles Schwindmass (tangential)

0,28—0,35 %

pH-Wert

≈ 5,02

Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2)

Klasse 2—3

Literatur

Anonymus: Atlas der tropischen Hölzer 1, Afrika. - A.TI.B.T Nogent-sur-Marne/ F 1986.
Dahms, K.-G.: Afrikanische Exporthölzer. DRW-Verlag, Stuttgart 1978.
Farmer, R. H.: Handbook of Hard-woods. B.R.E. Princes Risborough/GB 1972.
Gottwald, H.: Handelshölzer. F. HolzmannVerlag, Hamburg 1958.
Gottwald, H. u. Schwab, E.: Holzeigenschaftstafel Kosipo, in Holz als Roh- und Werkstoff, Berlin 1975.
Normand, D.: Manuel D'Identification des Bois Commerciaux, 2. C.TFT Nogent-surMarne/F 1976.

CIRAD-Forêt 2009: Fiches techniques. TROPIX 6.0. CIRAD Forestry Department, Montpellier, France. tropix.cirad.fr/en.

Nyunaï, N. 2008. Entandrophragma candollei Harms. In: Louppe, D., Oteng-Amoako, A.A. & Brink, M. (Editors).
Prota 7(1): Timbers/Bois d’oeuvre 1. (CD-Rom). PROTA, Wageningen, Netherlands
Richter, H.G., Oelker, M., Kraemer, G. 2002. Base de datos macroHOLZdata – Computer-gestützte
makroskopische Holzartenbestimmung sowie Informationen zu Eigenschaften und Verwendung von Nutzhölzern.
CD-ROM, Holzfachschule Bad Wildungen, Eigenverlag
Sell, J. 1989: Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten. Lignum, Baufachverlag AG Zürich.

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