Mit Bauholz das Klima retten

Dass Wälder durch Kohlenstoffbindung das Klima retten, ist weitgehend bekannt. Was längst noch nicht so viele Menschen wissen: Im Kampf gegen den Klimawandel gibt es eine weitere „Wunderwaffe“, nämlich die Verwendung von Holzprodukten. Wer sie zum Beispiel beim Hausbau treibhausgasintensiveren Baustoffen vorzieht, schützt das Klima.

Ein Gutteil der Kohlendioxid (CO2)-Emissionen werden von Gebäuden aus konventionellen Baustoffen wie Stahl, Ziegel oder Beton verursacht. Schlechte Voraussetzungen für Deutschlands Klimaschutzziel, bis 2020 den CO2-Ausstoß um 40 Prozent zu senken. Dabei kann der Einsatz von Holz beim Bauen und Sanieren viel dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. Denn verbautes Holz vermindert die CO2-Emissionen messbar.

Die Klimabilanz eines Baustoffs oder Gebäudes hängt maßgeblich von seiner Energiebilanz ab. Das heißt auch, dass eine gute Energiebilanz zu einer guten Ökobilanz führt. Ökobilanzen berechnen Umwelt- und Klimawirkungen (wie Ressourcen- und Energieverbrauch, CO2-Ausstoß) von Gebäuden über deren gesamte Lebensdauer. Und dabei spielt die Wahl des Baumaterials eine große Rolle.

Prof. Dr. Arno Frühwald, "Potentiale zur CO2-Emissionsminderung und CO2-Speicherung durch Holznutzung", 2010

Prof. Dr. Arno Frühwald, „Potentiale zur CO2-Emissionsminderung und CO2-Speicherung durch Holznutzung“, 2010

Der Grund hierfür: In Holzprodukten steckt mehr Energie als zu deren Herstellung benötigt wird. Mehr noch: Aus dem Restholz, das bei der Produktion des Bauproduktes abfällt, und aus dem Produkt selbst kann an seinem Lebenswegende durch eine klimaneutrale Verbrennung die darin gebundene Energie wiedergewonnen werden. Produkte aus Holz heißen also nicht umsonst „Plus-Energie-Produkte“.

Deshalb schneiden die meisten Holzbau- und -werkstoffe in CO2-Bilanzen mit Top-Werten ab. Denn beim Hausbau wird je nach Baustoff unterschiedlich viel Energie verbraucht. Ersetzt (substituiert) man energieintensive Baustoffe wie Glas, Beton, Stahl, Ziegel oder Aluminium durch Holz, lassen sich Energie sparen und der CO2-Ausstoß reduzieren. Dies wird als Substitutionseffekt bezeichnet. Ein Beispiel: Eine vierstöckige Rohbaukonstruktion aus Holz verbraucht weniger als die Hälfte an Primärenergie wie die gleiche Konstruktion aus Beton.

 

Ein hoher Energieverbrauch bei der Herstellung von Baustoffen schadet dem Klima. Bauholz verbraucht in der Produktion extrem wenig Energie. Bei Stahl liegt der Wert in etwa um das Elffache höher.

Bauholz verbraucht in der Produktion extrem wenig Energie. (Quelle: holzvomfach.de)