Interview mit Steffen Unsöld

Interview mit Steffen Unsöld

Abteilungsleiter bei der Carl Götz GmbH

  1. Wie und warum sind Sie zum Holzhandel gekommen?

    Nach meinem Realschulabschluss stand für mich lediglich fest: Ich möchte eine Ausbildung absolvieren. Allerdings war für mich nicht klar in welchem Berufsfeld und in welcher Branche. Nachdem ich 1991 bei der Carl Götz GmbH am Standort Neu-Ulm meine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel begonnen habe, weckte diese Branche schnell mein Interesse. Die Ausbildung empfinde ich deshalb als so spannend, weil man sowohl mit dem Import und Export von Holzprodukten zu tun hat. Die Arbeit für ein international tätiges Unternehmen bietet zudem einen  bestimmten Reiz, gerade für junge Leute.

  2. Wie war die Ausbildung inhaltlich gegliedert und aufgebaut?

    Während meiner Ausbildung habe ich alle Produktbereiche durchlaufen. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, Fachkenntnisse im Bereich Türen, Holzwerkstoffe, Schnittholz, Lager und Versand zu erwerben sowie die Schnittstellen aller Abteilungen zu begreifen. Ergänzt wurde meine Ausbildung durch regelmäßige Produktschulungen.

  3. Was hat Ihnen an Ihrer Ausbildung im Holzhandel besonders gut gefallen?

    Besonders gut haben mir das Zusammenspiel sowie der fließende Übergang von Büro und Lager gefallen. Dadurch war der gesamte Prozess von der Beschaffung bis zur Auslieferung immer nachvollziehbar. Damals wie heute spielte bei meiner Ausbildung die Erfahrungsweitergabe älterer Kollegen an die Azubis eine wesentliche Rolle.

  4. Wie haben Sie den Karrieresprung zum Abteilungsleiter geschafft? Was waren die wichtigen Voraussetzungen aus Ihrer persönlichen Wahrnehmung?

    Ich denke, dass die wesentliche Voraussetzung für eine solide Karriere eine Geschäftsführung ist, die stets junge motivierte Mitarbeiter fordert und fördert. Als Mitarbeiter ist man aber gleichermaßen gefordert. Ich denke, dass man auch bereits als junger Mensch ein Interesse daran haben sollte, das Unternehmen im Rahmen seiner Möglichkeiten voranzubringen. Ich selber habe mich intensiv in Projekte eingebracht und neue Ideen entwickelt. Der Arbeitgeber schafft also den Rahmen, aber man ist selber dafür verantwortlich, was man daraus macht. Die Unterstützung durch den Arbeitgeber ist dabei genauso wichtig, wie der eigene Spaß an der Arbeit.

  5. Welchen Spielraum hat Ihr Arbeitgeber Ihnen gegeben, damit Sie sich so gut entwickeln konnten?

    Sehr großen Spielraum! Eigeninitiative und die Übernahme von Verantwortung durch die Mitarbeiter ist und war immer erwünscht. Vorschläge werden ergebnisoffen aufgenommen und umgesetzt. Auch Kritikpunkte können frei angesprochen werden.

  6. Was muss der Arbeitgeber heute wissen und berücksichtigen, um gute und motivierte Auszubildende zu bekommen und sie auch danach zu behalten?

    Perspektiven bieten! Heute ist es mit einer einfachen Ausbildung nicht getan. Auszubildenden müssen Chancen aber auch Grenzen aufgezeigt werden. Wenn ich mich heute noch einmal auf eine Ausbildungsstelle bewerben müsste, würde ich bei dem Arbeitgeber darauf achten, ob ein Ausbildungskonzept für den Beruf vorhanden ist.

  7. Was erwartet der Vorgesetzte von seinen Auszubildenden?

    „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.“
    Ein Zitat von Benjamin Britten bringt es meiner Meinung nach auf den Punkt. Genau das erwarten wir von unseren Auszubildenden: Wissbegierig sein und Fragen stellen. Zudem erwarten wir einen kollegialen Umgang und gute Umgangsformen. Auszubildende müssen sich ins Team integrieren und Bereitschaft zeigen, Verantwortung für kleine Aufgaben oder Projekte zu übernehmen.

  8. Was macht Ihrer Meinung nach ein guter Arbeitgeber aus?

    „Motivierte und begeisterte Mitarbeiter sind der Grundstein unseres Erfolgs.“

    Der Grundstein des Erfolgs eines Unternehmens liegt in seinen Mitarbeitern. Dabei spielen viele Faktoren eine große Rolle: Ein gutes Arbeitsklima, offenes Miteinander, Förderung und Vertrauen. An oberster Stelle stehen dabei die Menschlichkeit und das Verständnis für die Bedürfnisse der Mitarbeiter.

  9. Was macht Ihrer Meinung nach eine Ausbildung im Holzfachhandel heute für junge Menschen attraktiv?

    Der Holzfachhandel ist geprägt von flachen Hierarchien. Eine Chance für junge Menschen sich zu entwickeln und schnell Verantwortung zu übernehmen. Die als solide, traditionell und bodenständig geltende Holzwirtschaft hat sich zunehmend zu einem modernen Holzhandel entwickelt. Webshop und der internationale Handel, prägen den Holzhandel und wirken sich auf das tägliche Tagesgeschäft aus.

    So nachhaltig wie Holz – so vielseitig wie unsere Produkte
    Der Holzhandel lebt von einem Produkt, welches ständig nachwächst. In den vergangenen Jahren hat der Bedarf an nachhaltigen Holzprodukten immer weiter zugenommen und den Stellenwert des Holzfachhandels weiter erhöht. Heute zählt die Holzwirtschaft zu den solidesten und somit zukunftssichersten Arbeitgebern in Deutschland.

  10. Was sind die Vorteile einer Ausbildung gegenüber einem Studium?

    Ausbildung bedeutet, Praxis von der Pike an. Mit einer Ausbildung lernen Auszubildende einen Beruf von Grund auf kennen. Hauptsächlich ersetzt hierbei Praxis die Theorie. Dadurch sind Zusammenhänge zwischen den einzelnen Bereichen klar ersichtlich und nachvollziehbar. Eigenschaften die für eine gute Führungspersönlichkeit grundlegend sind.

    Eine erfolgreiche Ausbildung schafft eine Grundlage – Eine Grundlage um anschließend durch diverse Studiengänge und Weiterbildungsangebote das Wissen zu erweitern.

Wer liefert Holz?



Steffen Unsöld
Steffen Unsöld
„Damals wie heute spielte bei meiner Ausbildung die Erfahrungsweitergabe älterer Kollegen an die Azubis eine wesentliche Rolle.“

Wer liefert Holz?



Steffen Unsöld
Steffen Unsöld
„Damals wie heute spielte bei meiner Ausbildung die Erfahrungsweitergabe älterer Kollegen an die Azubis eine wesentliche Rolle.“